Orange Schweiz dürfte vor Jahresende neuen Besitzer haben

29. November 2011, 11:01
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France Telecom kommt mit Verkaufsbemühungen voran

Die France Telecom kommt mit ihren Verkaufsbemühungen von Orange Schweiz offenbar voran. "Wenn alles gut geht, sollten wir noch vor Jahresende zu einem Schluss kommen und ein neuer Aktionär dann bekannt sein", sagte Orange-Schweiz-Chef Thomas Sieber am Dienstag auf einer Telekomtagung in Zürich.

"Wir sind gut aufgestellt. Und wir haben das Momentum auf unserer Seite"

Es gebe zahlreiche Interessenten aus allen Richtungen. Orange Schweiz sehe die Neuorientierung als Chance für das Unternehmen. "Wir sind gut aufgestellt. Und wir haben das Momentum auf unserer Seite", sagte Sieber. Im Oktober sei der Umsatz um 7 Prozent gewachsen. Das sei nicht ganz selbstverständlich im Schweizer Markt. Auch der November sehe gut aus. Zudem sei Orange profitabel und damit für einen neuen Aktionär attraktiv.

Interesse

Interessiert an der Nummer drei im Schweizer Telekommarkt sind laut früheren Medienangaben Private Equity Firmen wie Apax Partners und Providence. Auch der ägyptische Telekom-Tycoon Naguib Sawiris, Geschäftspartner des neuen Telekom-Austria-Großaktionärs Ronny Pecik, soll ein Auge auf Orange geworfen haben. Orange-Schweiz-Chef Sieber nannte am Dienstag keine Namen.

France Telecom schwebt Medienberichten zufolge offenbar ein Preis zwischen 1,5 Mrd. und 2 Mrd. Euro vor. Zum Problem könnte Beobachtern zufolge die Finanzierung werden, da Banken wegen der Euro-Schuldenkrise nicht mehr so ohne weiteres große Kredite bereitstellen.

Im vergangenen Jahr hatte die Wettbewerbskommission (Weko) die Fusion von Orange mit der Schweizer Nummer zwei Sunrise verboten. Mit dem Verbot wollten die Wettbewerbshüter ein Duopol durch die fusionierte Sunrise/Orange und Swisscom im Mobilfunkmarkt verhindern.

Orange Österreich

Denn mit Sunrise wäre ausgerechnet jener Anbieter verschwunden, der am meisten Bewegung in den Schweizer Mobilfunkmarkt gebracht habe. Zudem würde ein allfälliger Eintritt eines ausländischen Mobilfunkanbieters in die Schweiz praktisch verunmöglicht, argumentierte die Weko damals.

Nach dem Verbot ging die France Telecom, die am österreichischen Mobilfunker Orange einen Anteil von rund 35 Prozent hält, über die Bücher. Seit Frühling versucht der französische Telekomgigant, Orange Schweiz zu verkaufen.

Der gescheiterte Zusammenschluss hat im Herbst 2010 bereits bei Sunrise zu einem Besitzerwechsel geführt: Der dänische TDC-Konzern hat die Nummer 2 statt der France Telecom schließlich an den Finanzinvestor CVC Capital Partners verkauft. (APA)

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