Zeitung: IPO frühestens im April 2012
Während manch Insider sich bereits die Hände rieb und vorfreudig das Jahresende herbeisehnte, dürfte der Börsengang des sozialen Netzwerks Facebook doch erst 2012 stattfinden. Laut Wall Street Journal stünde der Gang aufs rutschige Parkett zwischen April und Juni 2012 an.
100 Milliarden Dollar
Man erhoffe sich damit, über 10 Milliarden US-Dollar locker machen zu können. Der Börsenwert könnte den Erwartungen nach zum Start die 100 Milliarden US-Dollar übersteigen. Damit wäre Facebooks IPO beispielsweise viermal größer, als Googles Börsengang im Jahr 2004. Das soziale Netzwerk, dass bereits über 800 Millionen Nutzer zählt, könnte damit einen der 10 größten Börsenstarts der Geschichte hinlegen.
Facebook-Finanzchef David Ebersman habe die Pläne bereits mit Bankern
besprochen, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Firmengründer Mark
Zuckerberg habe sich jedoch noch nicht für Details entschieden und könne
seine Pläne auch noch ändern. Facebook habe firmenintern bereits einen
IPO-Prospekt zusammengestellt und könne den Börsengang theoretisch
jederzeit anschieben. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme zu dem
Bericht ab.
Offenlegung der Finanzen
Seit Monaten warten Analysten und potentielle Anleger auf den Startschuss. Nicht zuletzt deshalb, weil die Summe der Investoren bereits das Maximum der SEC-Vorgabe von 500 Anlegern überschritten hat und die Betreiber im April erstmals ihre Finanzen offenlegen müssen. Von privaten Investoren wurde Facebook zuletzt mit rund 80 Mrd. Dollar
bewertet. Im Jänner bezifferte Goldman Sachs den Firmenwert noch auf 50
Mrd. Dollar, im Juni 2010 wurde das Internet-Phänomen noch auf 23 Mrd.
Dollar taxiert.
Keine guten Vorboten
Ein Börsengang von Facebook wäre allein wegen des Volumens der Höhepunkt der jüngsten Serie von Internet-Börsengängen. Die Bilanz dieser IPO fällt bisher jedoch ernüchternd aus: Die mit viel Tamtam an der Börse gestarteten Aktien des Schnäppchenportals Groupon kosten mittlerweile deutlich weniger als bei der Ausgabe. Auch bei dem Netzwerk LinkedIn und dem Musikdienst Pandora kosten die Aktien deutlich weniger als zu Beginn des Börsenhandels. (zw/APA)