Pölzl schaut sich nach Unternehmen um

29. November 2011, 09:15
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Die Post AG sei auch in Zukunft bereit, "anorganisch", also über Unternehmenszukäufe in Ost- und Westeuropa zu wachsen

New York - Die börsenotierte Post AG sei auch in Zukunft bereit, "anorganisch", also über Unternehmenszukäufe zu wachsen, so Post-Chef Georg Pölzl am Rande einer Investorenkonferenz in New York. Der Preis für die Akquisitionen könnte dabei auch über 100 Mio. Euro ausmachen. "Wir schauen uns bewusst Unternehmen an, die zu uns passen könnten", sagte Pölzl vor österreichischen Journalisten. Regional käme dafür nicht nur Ost- sondern auch Westeuropa in Frage.

Dass die Post für das Geschäftsjahr 2011 ihre Dividende auf 1,65 Euro je Aktie (2010: 1,60 Euro) erhöhen werde, wollte Pölzl weder bestätigen noch dementieren, meinte aber: "Der Markt geht von einer leichten Erhöhung aus". Die Jahresprognose von 3,5 bis 4 Prozent Wachstum bestätigte er. Vor allem der Paketdienst wachse und könne seit 2010 das rückläufigen Briefgeschäft kompensieren.

Weiterhin hohe Wachstumsraten erwartet sich Pölzl in Osteuropa. Diese könnten bei guter Konjunktur zweistellig ausfallen. In den ersten drei Quartalen waren es 8 Prozent. Weitere Chancen erwartet sich der Post-Chef auch von der ab 2013 geltenden Liberalisierung im Brief-Bereich in vielen osteuropäischen Märkten.

Bei der deutschen Tochter trans-o-flex könnte dagegen die Profitabilität besser sein. "2 bis 2,5 Prozent Ebit-Marge sind zu wenig", sagte Pölzl. Er erwartet sich 4,5 bis 5 Prozent. Man sei bereits mitten in der Restrukturierung, wofür 18,5 Mio. Euro Vorsorge getroffen worden sei. Bei der Österreich-Tochter Feibra sei nach der Streikdrohung ein Arbeitsprogramm aufgesetzt worden, das jetzt abgearbeitet werde. Vieles noch heuer, der Rest im nächsten Jahr.

"Die Euro-Skepsis ist ein Riesenthema hier und die Angst vor Währungsrisiken", so Pölzl nach dem Treffen mit US-Investoren. Einen "Österreich-Malus" könne er dagegen nicht orten, es seien aber generell weniger geworden, die in Europa investieren.

Gerade weil in den USA eine große Euro-Skepsis herrsche, sei es wichtig für ihn gewesen, hier positioniert zu sein und für Verständnis für den Euro zu werben. In den USA gebe es vielfach die vorgefertigten Meinung, dass es den Euro nicht mehr lange geben werde.

Bezüglich der Post werde häufig das Staatseigentum kritisch hinterfragt. Dazu sage er: "Nein, das ist es nicht". Die Post sei lediglich vom gesetzlichen Rahmen abhängig, wie in jedem anderen Land.

Der Anteil der US-Investoren an der Post sei zuletzt von 12 auf 8 Prozent zurückgegangen, der Anteil von Kontinentaleuropa sei dagegen auf 10 Prozent gestiegen. 53 Prozent befinden sich in Staatsbesitz, 11 Prozent in Österreich, weitere 8 Prozent werden von britischen Investoren gehalten. Die Post-Aktie sei für klassische Investoren interessant, die auf Substanzwert und stabile Dividende Wert legen, etwa Pensionsfonds. (APA)

 

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