Österreich bläst immer mehr Treibhausgase in die Luft

4. Juni 2003, 19:06
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Erreichung des Kyoto-Ziels bis 2010 wird unwahrscheinlich

Bonn/Wien - Auch in Österreich sind nach dem neuesten Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) zu Luftschadstoff-Trends von 1980 bis 2001 die Emissionen an Treibhausgasen weiter im Steigen statt im Fallen. 2001 wurden in Österreich laut UBA um 3,9 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase emittiert als im Jahr davor, was einer Steigerung um 4,8 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Kyoto-Basisjahr 1990 emittierte Österreich 2001 um 7,8 Millionen Tonnen bzw. zehn Prozent mehr Treibhausgase.

Fazit im Report: Österreich konnte dem Kyoto-Ziel einer 13-prozentigen Reduktion von treibhauswirksamen Gasen bis 2010 nicht näher kommen. "Trotz Fortschritten in Einzelbereichen - etwa bei Methan - unterstreicht der Report den absoluten Handlungsbedarf, den wir vor allem bei CO2 haben", kommentierte Umweltminister Josef Pröll.

Die "Klimagase" im Detail:

Der CO2-Ausstoß, welcher im Jahr 2001 für 80,5 Prozent (69,1 Millionen Tonnen) der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich war, hat sich gegenüber 2000 um 6,5 Prozent erhöht. Im Gegensatz zum CO2-Stabilisierungsziel bis 2000 auf den Wert von 1990 war dem Bericht zufolge eine erhebliche Steigerung - plus 15 Prozent 1990-2001- zu verzeichnen.

Die Methan-Emissionen (CH4) sind dagegen von 1990 bis 2001 um 15,0 Prozent gesunken. Sie betrugen 2001 rund 9,1 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente (10,6 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen). Der Ausstoß an Distickstoffoxid/Lachgas (N2O) ist von 1990 bis 2001 um 2,5 Prozent gestiegen und betrug 2001 etwa 6,0 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente.

Die Emissionen der so genannten F-Gase - wasserhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (P-FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6) - hatten im Jahr 2001 annähernd den gleichen Stand wie im Basisjahr (1995) und betrugen 1,7 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente. (APA)

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