Israels Außenminister relativiert Sharons Aussagen

4. Juni 2003, 18:09
11 Postings

Shalom: Einwilligung zu "territorialer Kontinuität" bedeute nicht automatisch die Räumung von israelischen Siedlungen

Jerusalem - Die israelische Einwilligung zu "territorialer Kontinuität" im Westjordanland für einen zu errichtenden unabhängigen palästinensischen Staat bedeutet nach den Worten von Außenminister Silvan Shalom nicht automatisch die Räumung von israelischen Siedlungen. Shalom relativierte am Mittwoch die von Ministerpräsident Ariel Sharon auf dem Nahost-Gipfel in Akaba gemachte Aussage, Israel anerkenne die Bedeutung eines "zusammenhängenden Territoriums" im Westjordanland für die Bildung eines palästinensischen Staates. US-Präsident George W. Bush hatte diese Forderung in seiner Rede nach dem Gipfeltreffen mit Sharon und dem palästinensischen Premier mahmud Abbas in der jordanischen Hafenstadt bekräftigt.

Aussage betreffe die Mobilität der Palästinenser zwischen den von ihnen kontrollierten Gebieten

Auf die Frage nach der Bedeutung dieser Äußerungen Sharons sagte Außenminister Shalom: "Dies sagt nichts über die Räumung von Siedlungen aus." Es gehe vielmehr darum, dass sich die Palästinenser zwischen den von ihnen kontrollierten Gebieten hin und her bewegen könnten. Die Zahl der jüdischen Siedler im Westjordanland und im Gaza-Streifen ist im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf annähernd 230.000 Personen gestiegen. Nach der Vierten Genfer Konvention ist der Transfer der eigenen Bevölkerung in besetztes Gebiet generell verboten. (APA/dpa)

Share if you care.