Portugiesischer Oppositionschef in Pädophilie-Affäre verhört

4. Juni 2003, 18:05
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Verhör durch Untersuchungsrichter erfolgte auf eigenen Wunsch

Lissabon - Der portugiesische Oppositionsführer Eduardo Ferro Rodrigues ist am Mittwoch im Zuge der Ermittlungen in einer Affäre um Kindesmissbrauch auf eigenen Wunsch von einem Untersuchungsrichter verhört worden. Rodrigues wollte sich jedoch Journalisten gegenüber vor dem Gerichtsgebäude in Lissabon nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Staatsanwaltschaft hatte jedoch bereits Ende Mai mitgeteilt, der Chef der Sozialistischen Partei (PS) werde in der Angelegenheit nicht als Verdächtiger betrachtet.

Wenige Tage nach der Festnahme des PS-Sprechers und ehemaligen Arbeitsministers Paulo Pedroso hatte die Wochenzeitung "Expresso" vor gut zwei Wochen berichtet, auch Rodrigues sei in die Missbrauchsaffäre verwickelt. Der Parteivorsitzende habe mehrmals zugesehen, als sich Mitglieder eines Pädophilen-Rings an Minderjährigen aus dem staatlichen Kinderheim "Casa Pia" vergingen. An dem Pädophilie-Ring waren nach Zeugenaussagen zwei weitere Politiker sowie drei ranghohe Richter und eine weitere bekannte Persönlichkeit beteiligt.(APA)

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