Hamas: Keine Niederlegung der Waffen

5. Juni 2003, 07:40
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Abbas könne "niemals Hamas und die Bestrebungen und Forderungen des palästinensischen Volkes repräsentieren"

Gaza - Die radikale islamische Hamas-Bewegung hat am Mittwoch den Aufruf des palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas (Abu Mazen) zu einem Ende des bewaffneten Aufstands gegen die israelische Besatzungsmacht verurteilt. Nach Angaben des Hamas-Sprechers Abdelaziz Rantisi lehnt die Gruppe weiterhin jegliche Friedensvereinbarung oder Verhandlungen mit Israel ab, solange die militärische Okkupation des Gaza-Streifens und Westjordanlandes andauert.

Abbas habe Hamas "mit der Aufgabe der palästinensischen Position überrascht"

Hamas-Führer hatten in den vergangenen Tagen die Bereitschaft angedeutet, Anschläge auf Israelis einzustellen, falls die Armee ihre Militäraktionen unterlasse und Häftlinge freilasse. Rantisi sagte nun, die Hamas lehne die Forderung von Abbas nach einem Ende des bewaffneten Kampfes ab. Abbas könne "niemals Hamas und die Bestrebungen und Forderungen des palästinensischen Volkes repräsentieren". Abbas habe Hamas "mit der Aufgabe der palästinensischen Position überrascht", sagte Rantisi.

Der Ministerpräsident habe sich in Akaba "überhaupt nicht auf den zionistischen Terror bezogen", meinte Rantisi. In seiner Ansprache habe Abbas die "Geschichte des palästinensischen bewaffneten Kampfes und Widerstandes ignoriert und diesen reinen Kampf als Gewalt und Terror bezeichnet". Die Hamas werde aber dem palästinensischen Volk mit dem "Gewehr" zur Seite stehen.

Der Chef des politischen Hamas-Flügels, Khaled Mechaal, hatte den Friedens-Fahrplan des Nahost-Quartetts (USA, UNO, EU, Russland) als eine "große Falle" bezeichnet. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon wolle "Zeit gewinnen" für den Kampf gegen den palästinensischen Widerstand und sei lediglich an einer Umsetzung der ersten Phase - dem Terrorstopp - interessiert. Hamas-Gründer Scheich Ahmed Yassin hatte Abbas eine "Kapitulationspolitik" gegenüber Israel vorgeworfen.

Hamas (Abkürzung für "Bewegung des Islamischen Widerstandes") wurde in den achtziger Jahren von Scheich Yassin in Gaza gegründet, angeblich mit Unterstützung der israelischen Geheimdienste, um PLO-Chef Yasser Arafat zu schwächen. Yassin hatte wiederholt erklärt, dass Selbstmordanschläge bis zur Befreiung Palästinas fortgesetzt würden. (APA/dpa)

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    Hamas Sprecher Abdel Aziz Ra ist von Abbas Zugeständnissen überrascht.

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