Heuschreckenschwärme elektrisch bekämpfen

4. Juni 2003, 14:16
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Deutscher Erfinder stellt Gerät für den Einsatz in Entwicklungsländern vor

Berlin - Ein Berliner Geograph will mit Elektroschocks gegen Heuschreckenplagen in Entwicklungsländern vorgehen. Der emeritierte Professor Frithjof Voss von der Technischen Universität Berlin stellte am Mittwoch ein elektrisch geladenes fahrbares Gitter vor. Fließt Strom, brummt es und schreckt Heuschrecken und andere Insekten auf, die von der Elektrizität getötet werden. Dies könne den Einsatz von Giften gegen die gefräßigen Tierchen zumindest verringern, teilte die Hochschule mit.

Kernstück des Geräts ist ein vier Meter langes und einen halben Meter hohes Drahtnetz. Die Hochspannung von 4.000 bis 10.000 Volt erzeugt ein tragbarer Elektrogenerator aus einer 12-Volt-Batterie. Bei Schädlingsbefall wird das Gitter mit seinen vibrierenden Aluminiumstäben per Hand über die Felder geführt. Die aufgescheuchten Insekten würden bei Berührung mit den elektrisch geladenen Stäben in Millisekunden getötet.

Die Batterie könne durch Solarzellen nachgeladen werden, hieß es. Größere Netze könnten auf Traktoren montiert werden. Den Haupteinsatzbereich des inzwischen patentierten Gitters sieht Voss in den subtropischen und tropischen Entwicklungsländern. Dort verursachen Grashüpfer- und Heuschreckenplagen immer wieder schwere Ernteschäden. (APA/dpa)

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