Festnahme von Baath-Anhängern lösen Proteste aus

4. Juni 2003, 13:58
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Parteipolitiker: Besatzer schwören "Vertrauenskrise" mit dem irakischen Volk herauf

Bagdad/Kairo - Dutzende von Irakern haben am Mittwoch vor dem Gebäude der amerikanischen Verwaltung in Bagdad die Freilassung von 15 Polizeioffizieren gefordert, die offenbar die verbotene Baath-Partei wieder aufleben lassen wollten. Die Männer waren in der vergangenen Woche bei einem Treffen in der Polizeiakademie von Bagdad festgenommen worden. Die US-Zivilverwaltung im Irak hatte die Baath-Partei von Saddam Hussein kurz nach dem Sturz des alten Regimes für aufgelöst erklärt.

Aufruf zum Widerstand gegen die Besatzungsmacht

Die irakische Zeitung "Al-Zaman" veröffentlichte am Mittwoch Auszüge einer Erklärung, die angeblich von einer Gruppe von Baath-Parteimitgliedern aus den früheren Armee- und Geheimdiensteinheiten verfasst wurde. Darin rief die Gruppe, die sich "Armee für die Befreiung des Irak" nennen soll, zum Widerstand gegen die Besatzungsmacht auf.

Besatzer schwören "Vertrauenskrise" herauf

Der Generalsekretär der irakischen Nationale-Eintracht-Partei ("Wifaq"), Scheich Jamal el Wakil, erklärte am Mittwoch vor Journalisten in Bagdad, die Besatzer seien dabei, eine "Vertrauenskrise" zwischen den Alliierten und dem irakischen Volk heraufzubeschwören. Sollte die Bildung einer Übergangsregierung weiter verzögert werden und sollte diese Regierung nur aus Mitgliedern von sieben Parteien bestehen, die von den USA ausgewählt worden seien, "wird dies den guten Beziehungen zwischen dem irakischen Volk und den Staaten der Allianz schaden". (APA/dpa)

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