Akaba

4. Juni 2003, 13:36
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Siegreiche Schlacht gegen die Türken im Ersten Weltkrieg

Akaba - Akaba, Schauplatz des heutigen Gipfeltreffens zwischen US-Präsident George W. Bush und den Ministerpräsidenten Israels und Palästinas, Ariel Sharon und Mahmud Abbas, spielt eine wichtige Rolle im Heldenepos des arabischen Aufstandes gegen die Türken während des Ersten Weltkriegs. (Die Einnahme Akabas durch die heroischen Beduinen ist eine der fesselndsten Szenen in dem Monumentalfilm "Lawrence von Arabien".)

Die kleine Stadt am gleichnamigen Golf im Südwesten Jordaniens ist wegen ihres Hafens und als Touristenmagnet von großer wirtschaftlicher Bedeutung für das haschemitische Königreich. Die Stadt am nördlichen Ende des Roten Meers gilt den Jordaniern als "Tor zur Welt". Im einzigen Tiefwasserhafen des Landes werden Phosphat und andere Exportgüter umgeschlagen. Hoffnungen auf einen Aufschwung der Stadt sind mit der Einrichtung einer wirtschaftlichen Sonderzone verbunden; die Abschaffung von Zöllen und niedrige Steuern sollen Investoren anlocken. Eine wichtige Einnahmequelle für die schätzungsweise 40.000 Einwohner ist der Fremdenverkehr. Gut erreichbar ist die Ruinenstadt Petra mit ihren Monumenten aus vorchristlicher Zeit. Touristische Konkurrenz von Akaba ist die nur wenige Kilometer entfernte israelische Stadt Eilat.

Wichtiges Handelszentrum seit der Antike

Bereits in der Antike war Akaba ein bedeutendes Handelszentrum, später wichtige Station auf der Pilgerroute nach Mekka. 1956 wurde die Stadt kurze Zeit von Israel besetzt.

Jordanien (vormals Transjordanien) entstand als Ergebnis britischer Kolonialpolitik nach dem Ersten Weltkrieg in einem Gebiet, das seit dem 16. Jahrhundert unter osmanischer Herrschaft stand. Die herrschende Haschemiten-Dynastie führt ihre Abstammung auf Hassan, den Sohn von Fatima, der jüngsten Tochter des Propheten Mohammed, zurück. Hussein (1853-1931), der Ururgroßvater von König Abdullah II., war erblicher Großscherif von Mekka. 1916 sagte er sich von der osmanischen Oberheit los. Nachdem seine Söhne mit Hilfe des britischen Geheimagenten Thomas Edward Lawrence ("Lawrence of Arabia") den erfolgreichen Aufstand gegen die Türken geleitet hatten, rief er sich am 21. Juni 1917 zum König von Arabien aus, wurde aber von den Siegermächten des Ersten Weltkriegs nur als König des Hedschas anerkannt. Im Sykes-Picot-Geheimabkommen hatten Briten und Franzosen ihre jeweiligen Interessensphären in der Region ohne Rücksicht auf arabische Ansprüche abgesteckt. Den militärischen Angriff Ibn Sauds (des Schöpfers des heutigen Saudiarabien) konnte Hussein nicht abwehren; 1925 musste er Mekka verlassen und ins Exil gehen. Sein Sohn Faisal wurde erster König des Irak, ein anderer Sohn, Abdullah, Emir von Transjordanien und später König von Jordanien. (APA/dpa)

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