Pensionsreform kostet TA 20 Millionen

5. Juni 2003, 00:36
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Mit einem straffen Kostenmanagement will die Telekom Mehrkosten aus der Pensionsreform teils wettmachen - Drei neue Aufsichtsräte schauen dem Vorstand auf die Finger

Wien - Die Telekom Austria (TA), mit 15.000 Mitarbeitern und einem Gruppenumsatz von 3,9 Mrd. Euro größter Telekomkonzern des Landes, stellt sich auf deutliche Mehrbelastungen durch die von der Koalition paktierten Pensionsreform ein. "Das kann uns im schlimmsten Fall bis zu 20 Millionen Euro kosten", gab TA-Generaldirektor Heinz Sundt am Mittwoch bei der Hauptversammlung erstmals eine Prognose ab.

Höhere Zusammenschaltungskosten im Festnetzbereich würden heuer zusätzlich das Ergebnis (Ebitda) im Festnetzbereich belasten. Die Mehrbelastungen versuche man, durch ein straffes Kostenmanagement zumindest teilweise zu kompensieren, wobei man auch Investitionen zurückfahren wolle. Am Ziel, die Umsätze in der Festnetztelefonie zu stabilisieren, halte man weiter fest, auch wenn dies "eine echte Herausforderung für das Management darstellt", wie Sundt sagte.

Umsatz- und Gewinnbringer bleibe die Mobiltelefonie, sodass man in der Gruppe insgesamt von einer stabilen Ertragsentwicklung im heurigen Jahr ausgehen könne. Im Vorjahr hat die TA ein Ebitda von 1,514 (2001: 1,475) Mrd. Euro erzielt. Das Ziel, für 2003 erstmals eine Dividende zu zahlen, bleibt laut Sundt aufrecht.

VIPnet-Anteil erhöht

Am Rande der Hauptversammlung wurde bekannt, dass die Mobilfunktochter der TA, Mobilkom, ihren Anteil an der kroatischen Mobilfunkgesellschaft VIPnet von 80 auf 99 Prozent erhöht. Ein entsprechender Kaufvertrag über die Übernahme von 19 Prozent an VIPnet sei mit dem US- Mobilfunkunternehmen Western Wireless International abgeschlossen worden. Der Kaufpreis belaufe sich auf 59,3 Mio. Euro. Mit einem Prozent bleibt der Styria-Ableger Vecernji List beteiligt.

Im Fall einer Übernahme wird es bei der Bestimmung des Preises für ein Pflichtangebot künftig keinen 15-prozentigen Preisabschlag mehr geben. Das hat die TA-Hauptversammlung ebenso beschlossen wie den Einzug von drei neuen Kapitalvertretern in den Aufsichtsrat. Es sind dies Verbund-Chef Hans Haider, A T & S-Finanzvorstand Harald Sommerer und Harald Stöger, Vorstandsvorsitzender der zum Vodafone-Konzern gehörenden Arcor AG & Co.

Die drei ersetzen die schon vor längerem ausgeschiedenen Aufsichtsräte der Telecom Italia, Marco de Benedetti und Enzo Badalotti sowie Ex- ORF-Chef und nunmehr RTL- Boss Gerhard Zeiler.

Peter Michaelis, Sprecher des TA-Mehrheitseigentümers ÖIAG, wurde als Aufsichtsratschef bestätigt. (Günther Strobl, Der Standard, Printausgabe, 05.06.2003)

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  • Sundt: Das kann uns bis zu 20 Millionen kosten
    foto: standard/cremer

    Sundt: Das kann uns bis zu 20 Millionen kosten

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