Hochkonjunktur im Frauenhaus

30. August 2003, 17:20
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Jahresbericht des Grazer Frauenhauses: 58 Frauen wegen Platzmangel abgewiesen

Graz - Eine aus seiner Sicht nicht wirklich positive Bilanz zieht auch heuer wieder das Grazer Frauenhaus anlässlich der Veröffentlichung seines Jahresberichts 2002: Die nach wie vor einzige steirische Zufluchtsstätte für misshandelte Frauen und ihre Kinder ist hoffnungslos ausgelastet. "Im Jahr 2002 mussten wir auf Grund von Platzmangel 58 Frauen und 69 Kinder abweisen", hieß es. Der neue Standort in der Obersteiermark soll 2004 fertig sein. Bis dahin wird eine Beratungsstelle in Kapfenberg eingerichtet.

Im vergangen Jahr wurden im Grazer Frauenhaus 117 Frauen und 111 Kinder betreut. 20 Prozent blieben weniger als drei Tage. Jede vierte Frau wohnte mehr als drei Monate im Frauenhaus, wobei dann die Wahrscheinlichkeit größer ist, eine vom gewalttätigen Partner unabhängige Existenz aufzubauen, so die Geschäftsführung. Mehr als drei Viertel der aufgenommenen Frauen waren zwischen 21 und 40 Jahre alt. Knapp 50 Prozent kamen aus Graz. 43 Prozent waren aus den steirischen Bezirken.

Migrantinnen-Anteil hoch

Der Anteil der Migrantinnen war laut Geschäftsführung 2002 außergewöhnlich hoch, da für diese Frauen der Ausstieg aus einer Gewaltbeziehung auf Grund arbeitsrechtlicher und aufenthaltsrechtlicher Gesetze und der damit verbundenen ökonomischen Abhängigkeit vom Partner äußerst schwierig ist. Deswegen fordert das Frauenhaus auch eine Änderung der Gesetze für von Gewalt betroffenen Migrantinnen.

60 Prozent der Betroffenen konnten sich eine unabhängige Existenz aufbauen. Im Beratungsbereich gab es rund 503 telefonische Hilfen, 269 Mal wurde ambulante Hilfe in Anspruch genommen, und 917 Frauen kamen zu Beratungen im Rahmen der Nachbetreuung.

Zweites Grazer Frauenhaus eröffnet 2004

Die Vorbereitungen für das zweite Frauenhaus in der Steiermark laufen nach Angaben des Frauenhauses auf Hochtouren. Kapfenberg wurde als neuer Standort ausgewählt. Am 4. Juli 2003 wurde die Beratungsstelle Kapfenberg eröffnet, die bis zur voraussichtlichen Fertigstellung des Frauenhauses 2004 Soforthilfe anbieten soll. (APA)

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