Serbischer Ex-Präsident Milutinovic bleibt in Haft

4. Juni 2003, 11:44
posten

Der ehemalige serbische Präsident bleibt in Den Haag in Haft -Freilassungsantrag abgelehnt

Belgrad - Der ehemalige serbische Präsident Milan Milutinovic, der sich Ende Jänner dem Haager UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien gestellt hatte, wird im Tribunalsgefängnis Scheveningen bleiben. Der zuständige Tribunalssenat hat den Antrag des früheren Präsidenten auf vorläufige Freilassung bis zum Prozessbeginn zurückgewiesen, meldete der TV-Sender "B-92" am Mittwoch.

Tribunalsenat:Vorläufige Freilassung nicht möglich

Die Entscheidung des Senates wurde mit der Tatsache begründet, dass sich Milutinovic volle drei Jahre geweigert hatte, sich dem UNO-Tribunal zu stellen. Eine vorläufige Freilassung ist nach Ansicht des Tribunalssenates auch angesichts seines früheren hohen Amtes nicht möglich. Die Richter sind zudem der Ansicht, dass Milutinovic, der sich in seinem Freilassungsantrag auch auf seinen schlechten Gesundheitszustand berufen hatte, auch im Gefängnis die notwendige ärztliche Behandlung zuteil werde.

Gewmeinsamer Prozess gegen Milutinovic, Sainovic und Ojdanic

Milutinovic war im Mai 1999 zusammen mit dem damaligen jugoslawischen Staatschef Slobodan Milosevic und drei weiteren Amtsträgern Belgrads wegen Kriegsverbrechen im Kosovo angeklagt worden.

Während der Prozess gegen Milosevic seit Februar des Vorjahres getrennt läuft, wird gegen Milutinovic sowie seine Mitangeklagten, den ehemaligen jugoslawischen Vizeministerpräsidenten Nikola Sainovic und den früheren Generalstabchef Dragoljub Ojdanic, ein gemeinsamer Prozess geführt. Der Tribunalssenat hatte in der Vorwoche bereits zum zweiten Mal den Freilassungsantrag von Sainovic und Ojdanic zurückgewiesen.

Anklage auch gegen Ex-Innenminister Stojilkovic

Anklage wegen Kriegsverbrechen im Kosovo wurde auch gegen den ehemaligen serbischen Innenminister Vlajko Stojilkovic erhoben, der im April des Vorjahres Selbstmord verübt hatte, nachdem das jugoslawische Parlament die Zusammenarbeit mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal beschlossen hatte.(APA)

Share if you care.