US-Musikindustrie verklagt erneut Internet-Tauschbörse Morpheus

4. Juni 2003, 09:43
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Branchenverband wirft Firma Streamcast Urheberrechtsverletzung vor

Der US-Musik-Branchenverband RIAA hat erneut eine Klage gegen die Hersteller der Internet-Tauschsoftware Morpheus (Musiccity) eingereicht. Der Verband wirft Streamcast Networks Inc. laut der am 28. Mai in Nashville eingereichten Klageschrift vor, für Internet-Hörfunk tausende Musik-CDs gekauft und ihren Inhalt urheberrechtswidrig auf Datenträger wie Festplatten übertragen zu haben. Streamcast hatte das Web-Radio nie in Betrieb genommen.

Versuch durch Klagen finanziell zu ruinieren

Der Chef der Firma, Michael Weiss, nannte die Klage am Dienstag gegenstandslos. Die RIAA versuche, seine Firma mit allen Mitteln zu stoppen und sei nun auf die Taktik zurückgefallen, Streamcast durch Klagen finanziell ruinieren zu wollen.

Gericht entschied zugunsten von Morpheus und Grokster

Ein US-Bundesgericht hatte Ende April einen Antrag von RIAA zur Schließung der Tauschbörsen Morpheus und Grokster zurückgewiesen. Die Entscheidung galt als erster schwerer Rückschlag für die Industrie in ihrem Kampf gegen Internet-Tauschbörsen. Die RIAA macht das Herunterladen von Musik über Tauschbörsen und P2P-Systeme für den Einbruch ihrer Verkaufszahlen verantwortlich. Dem Verband gehören unter anderem AOL Time Warner, Sony und Bertelsmann an.(APA/Reuters)

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