Britisches Militär ermittelt nach Tod zweier Häftlinge

4. Juni 2003, 07:50
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Berichte über Misshandlung von irakischen Kriegsgefangenen

London - Knapp zwei Monate nach Ende des Irak-Krieges ermittelt die britische Militärpolizei wegen des Todes zweier Häftlinge im Irak. Die beiden Männer hätten sich in den Händen britischer Soldaten befunden und seien unabhängig voneinander am 13. beziehungsweise 18. Mai gestorben, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in London am Mittwoch. Der Tod von Häftlingen werde routinemäßig untersucht. Die britische Zeitung "Daily Mail" berichtete in ihrer Mittwochausgabe von Ermittlungen, nachdem in der südirakischen Stadt Basra zwei in Haft befindliche Zivilisten misshandelt worden und gestorben seien.

Zudem seien zwei britische Soldaten aus dem Irak abgezogen worden, weil sie irakische Kriegsgefangene geschlagen haben sollen, sagte die Sprecherin. Ein Gefangener habe ein blaues Auge davongetragen. Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass britische Soldaten ihre Kriegsgefangenen "schlecht behandeln", werde die Regierung "entsprechend" darauf reagieren. Das Verteidigungsministerium hatte unlängst mitgeteilt, ein britischer Soldat sei verhört worden, nachdem Folterbilder aus dem Irak aufgetaucht seien. Britische Fotolabore waren bei der Entwicklung der Bilder vermutlich aufmerksam geworden und hatten die Polizei verständigt.

Das britische Boulevardblatt "Sun" hatte berichtet, auf einem der Bilder sei ein gefesselter und geknebelter Kriegsgefangener zu sehen gewesen, der in einem Netz an einem Gabelstapler gebaumelt habe, an dessen Steuer ein britischer Soldat gesessen sei. Auf anderen Fotos hätten britische Soldaten neben irakischen Gefangenen "sexuelle Handlungen" vollzogen. Großbritannien hatte sich mit rund 45.000 Soldaten an dem Feldzug gegen Irak beteiligt. (APA)

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