Eine Frage der Sicherheit

3. Juni 2003, 19:44
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Alternativen zu Öffis und Autos sind auch nicht ungefährlich

Wien - Radfahren ist in Österreich eine gefährliche Angelegenheit. Nach einer vom VCÖ (Verkehrsclub Österreich) erarbeiteten Vergleichsstudie fahren Österreicher durchschnittlich 149 Kilometer jährlich mit dem Rad, die Dänen schaffen 937 und die Niederländer 849 Kilometer (im Flachen). Dennoch leben in den Niederlanden die Radfahrer mit dem geringsten Risiko, bei einem Verkehrsunfall getötet zu werden. Zweitsicherstes Land ist Dänemark. Das Risiko eines tödlichen Verkehrsunfalls als Radfahrer ist in Österreich sechsmal so hoch wie in Dänemark und dreimal so hoch wie in der Schweiz.

Was dem Radler stärker droht, sind überwiegend Einzelstürze, die auf eigene Fahrfehler zurückzuführen sind. Robert Kisser vom Institut Sicher Leben zählt aber auch Wahrnehmungsfehler, Übermut und Ausrüstungsmängel als Unfallursachen auf. Viele Radler fühlen sich zwar durch Autos gefährdet, 88 Prozent aller Unfälle sind aber Einzelstürze oder Zusammenstöße. Sicher Leben rechnete für Mai mit insgesamt 40.200 Freizeitunfällen, die im Spital behandelt werden müssen. Pro Tag entspricht das etwa 1300 Verletzten, mehr als 50 pro Stunde. 42 Prozent aller behandelten Blessuren sind Brüche, vor allem der Handgelenke, Unterarme und Fußknöchel; rund zwölf Prozent betreffen den Kopf.

Jährlich werden auch etwa 10.000 Skater zu Fällen für die Ärzte, insgesamt dürften in Österreich deutlich mehr als eine Viertelmillion Menschen zumindest gelegentlich mit derartigen Rollschuhen unterwegs sein.

Die Unfallbilanz zeigt: Auf den Straßen starben im Vorjahr 956 Menschen. (DER STANDARD, Printausgabe 04.06.2003)

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