Dollar frisst Gewinne auf

3. Juni 2003, 19:46
posten

Der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann ist unter Ergebnisdruck, weil er den Großteil der Erlöse im Dollarraum macht

Der Dollarverfall ist gut für die Verbraucher, weil er die Ölimporte verbilligt. Unter Ergebnisdruck kommt dagegen der Ölfeld-ausrüster Schoeller-Bleckmann, der den Großteil der Erlöse im Dollarraum macht.

***

Beim heimischen Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipments (SBO) drückt der Verfall des Dollar immer stärker auf das Ergebnis. Grund: Das Unternehmen macht rund 80 Prozent seines weltweiten Umsatzes im Dollarraum. "Die Euroaufwertung übt Druck auf Ergebnis und die Margen aus, den wir durch eine Erhöhung der Produktivität wettmachen müssen", sagt SBO-Chef Gerald Grohmann im Gespräch mit dem STANDARD.

Der Standort im niederösterreichischen Ternitz stehe aber nicht zur Disposition, betont Grohmann: "Nur weil der Euro steigt, werden wir nicht alles Hals über Kopf zusperren." Der Konzernchef wollte zwar keine konkreten Zahlen über die Auswirkungen des hohen Euro auf das Ergebnis nennen, machte aber folgende Rechnung auf: Eine Abwertung des Greenback um zehn Prozent schmälere das Ergebnis um vier bis fünf Mio. Euro.

Seit Jahresbeginn hat der US-Dollar bereits 13 Prozent gegenüber der Gemeinschaftswährung verloren.

80 Prozent der Umsätze in Dollar

Neben dem Hedging (sprich der währungsmäßigen Absicherung) des aktuellen Auftragsbestands profitiere SBO davon, dass man auf beiden Seiten des Atlantiks aufgestellt sei. So erwirtschafte man zwar 80 Prozent der Umsätze in Dollar, zugleich würden aber 60 Prozent der Kosten ebenfalls in US-Währung fakturiert.

Damit sei man nicht so sensibel für Währungsschwankungen. Positiv sei auch, dass sich viele Kunden bei der Fertigung von Ölfeldausrüstung ein stärkeres europäisches Standbein zulegen würden, auch US-Konzerne, die direkt nicht in Förderländern wie Libyen oder dem Iran tätig werden dürfen.

SBO ist laut Grohmann Weltmarktführer bei Hochpräzisionsteilen für die Ölfeld-Ausrüstungsindustrie. Schwerpunkt sind Bohrstrangkomponenten, weiters Motoren und Werkzeuge für das Bohren nach Öl. Die wichtigsten Kunden seien die großen Öldienstleister wie Schlumberger, Baker Hughes und Halliburton sowie die kanadische Precision Drilling. (Clemens Rosenkranz, DER STANDARD, Printausgabe, 4.6.2003)

Share if you care.