Österreich Werbung schließt Büros in Frankfurt und München

3. Juni 2003, 19:38
posten

Das ersparte Geld will man zum Teil in Osteuropa investieren

Wien - Die Österreich Werbung (ÖW) wird ihre Außenstellen in Frankfurt und München Anfang Jänner 2004 zusperren. Den Standort Berlin will man hingegen kräftig ausbauen. "Es hilft nichts, an alten Strukturen festzuhalten, wenn sie nicht mehr zeitgemäß sind", sagte ÖW-Chef Arthur Oberascher im Gespräch mit dem STANDARD. Flexibler zu werden, näher an den Markt zu kommen und gleichzeitig Kosten zu sparen - das sei das Ziel, das man mit der Neuorganisation verfolge.

Ausbau in Osteuropa

Parallel zur Neuausrichtung in Deutschland will man bereits bestehende ÖW-Büros in Polen, Tschechien, Ukraine und Russland mit mehr Geld und Personal ausstatten. "Analysen haben ergeben, dass es dort Länder ein großes Potenzial an Österreich-Gästen gibt", sagte Oberascher. "Da müssen wir uns stärker engagieren." Auch die baltischen Staaten sollen stärker bearbeitet werden - vom ÖW-Büro in Stockholm aus.

Von der Schließung der zwei deutschen ÖW-Büros sind insgesamt 18 Mitarbeiter betroffen - neun in Frankfurt und neun in München. Drei ÖW-Mitarbeiter in München, die derzeit noch in der ebenfalls dort angesiedelten Urlaubsinformation tätig sind, kommen zurück in die Zentrale nach Wien. Hier soll künftig die Urlaubsinformation für die Märkte Österreich, Deutschland, Schweiz und Frankreich gebündelt werden. Ihr Berliner Büro will die ÖW zu einem großen Kompetenzzentrum mit etwa 15 Mitarbeitern ausbauen; fünf weitere Mitarbeiter sollen als "mobile Marktbetreuer" kreuz und quer durch Deutschland geschickt werden. Ausgestattet mit Laptops und neuester Funktechnologie sollen sie vor Ort intensiven Kontakt zu touristischen Partnern halten.

"Im Osten ist einiges zu holen"

Vor allem in Ostdeutschland sei es notwendig, stärker Flagge zu zeigen. "In Westdeutschland waren wir bisher sehr stark, in Ostdeutschland aber kaum präsent", sagte Oberascher. Während der Anteil an Österreich-Urlaubern in Westdeutschland 8,2 Prozent betrage, seien es in Ostdeutschland nur 6,4 Prozent. Oberascher: "Da ist noch einiges zu holen."

Das Budget der ÖW, die zu 75 Prozent dem Bund und zu 25 Prozent der Wirtschaftskammer gehört, beläuft sich heuer auf 46,2 Mio. Euro. Mit 210 Mitarbeitern ist die ÖW an weltweit 27 Standorten mit eigenen Büros vertreten. (Günther Strobl, DER STANDARD Printausgabe, 4.6.2003)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.