Vor großem Fressen in den USA

3. Juni 2003, 22:37
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Kartellregeln gelockert - Turner: So wäre CNN unmöglich gewesen

Ted Turner wetterte höchstpersönlich in der "Washington Post": Unter den nun merklich gelockerten US-Regelungen gegen Medienkonzentration wäre es ihm unmöglich gewesen, CNN zu gründen. Schon unter den strengeren Regeln konnte Turner seinen Prototyp des Nachrichtensenders allerdings an AOL Time Warner verkaufen.

Republikanische Mehrheit

Mit republikanischer Mehrheit lockerte die US-Medienbehörde FCC wie berichtet die Regeln. Nun dürfen Konzerne in ein und derselben Region Zeitung, Radio und Fernsehen betreiben. Können 45 statt bisher nur 35 Prozent aller TV-Konsumenten erreichen.

Shoppen in lokalen TV-Märkten

Nur Fusionen zwischen den großen Networks - ABC (Disney), CBS (Viacom), Fox (Murdoch) und NBC (General Electric) - bleiben verboten. Aber sie dürfen nun in den lokalen TV-Märkten shoppen gehen. Wichtigste Ziele sind naturgemäß die 15 zuseherstärksten Regionen, darunter Washington DC, Atlanta, San Francisco, Detroit, Houston, Seattle.

US-Senatoren beider Lager wollen die Entscheidung der FCC politisch rückgängig machen wie andere der zahlreichen Gegner auf dem Gerichtsweg.

Deutschland

Über Lockerungen der - dort sehr strengen - Kartellbestimmungen für Medien denkt auch der deutsche Kanzler Gerhard Schröder nach. Anlass bietet die harte Haltung der Kartellbehörden gegen die Übernahme der "Berliner Zeitung" durch den Holtzbrinck-Konzern, der in Berlin schon den "Tagesspiegel" besitzt.

Österreich

In Österreich ist eine weitere Lockerung kaum möglich: Hier gehört die den Zeitungsmarkt beherrschende Mediaprint samt überregionalem Radio schon zu einer Großfamilie mit der die Magazine dominierenden News-Gruppe. (Reuters, fid/DER STANDARD, Printausgabe vom 4.6.2003)

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    Ted Turner

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