Belgrad: Zeitungsverbot wegen Interviews mit mutmaßlichem Djindjic-Mörder

4. Juni 2003, 11:37
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Interview mit Legija angeblich Fälschung

Belgrad - Die Belgrader Kreisstaatsanwaltschaft will den Vertrieb der jüngsten Ausgabe der Wochenzeitschrift "Svedok" verbieten, meldeten Belgrader Medien. Der Vorschlag für das vorläufige Zeitungsverbot entstand, weil die Zeitschrift ein Interview mit dem einstigen Kommandanten der serbischen Polizei-Spezialeinheit "Rote Barette" Milorad Lukovic "Legija" veröffentlicht hatte.

"Legija" wird als Anführer der Gruppe gesehen, die an der Ermordung des serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic beteiligt war. Er war nach dem Attentat am 12. März untergetaucht.

Interview angeblich Fälschung

Der Sender "B-92" meldete unter Berufung auf serbische Polizeikreise, dass es sich bei dem angeblichen Interview mit "Legija" um eine Fälschung handle. "Svedok" hatte es von einem gleichnamigen mazedonischen Blatt übernommen. Die mazedonische Zeitschrift gab an, dass das Gespräch "in einem Land, in einer Stadt" geführt worden sei.

Der Druck der Ausgabe vom Dienstag wurde am Montagabend gestoppt. Die bereits gedruckte Auflage wurde beschlagnahmt, wie die Belgrader Nachrichtenagentur Beta unter Berufung auf den Chefredakteur berichtete. Einige Exemplare der Zeitschrift seien zu dem Zeitpunkt aber schon ausgeliefert worden. Über das weitere Vorgehen entscheidet ein Gericht am Mittwoch. (APA)

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