Proteste auch in Politiker-Unternehmen

3. Juni 2003, 18:59
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Von Leitls Bauhütte über Bartensteins Lannacher bis Prinzhorns Hamburger - Ein DER STANDARD- Betriebsrundgang

Bauhütte Leitl, 50 Mitarbeiter:

Rund 25 Mitarbeiter im Betrieb des Wirtschaftskammerpräsidenten haben am Dienstag an einer halbstündigen Protestversammlung teilgenommen. "Dass es Diskussionen zur Pensionsreform geben muss, ist klar", sagt Günther Moser, Betriebsratsvorsitzender der Bauhütte Leitl in Eferding. Die Lager im Ziegelwerk seien voll, die Auftragslage gut. Man schloss sich dem Protest kurzzeitig an. Danach sei wieder normal weitergearbeitet worden.

Lannacher Heilmittel, 54 Mitarbeiter:

"Bei uns in Lannach ist es ganz ruhig. Wir bekommen vom Streik absolut nichts mit, keine Bewegung", berichtet Ilse Bartenstein, Gattin des Arbeitsministers. Die Mitarbeiter der Lannacher Heilmittel, vorwiegend Büroangestellte und Mediziner, haben am Dienstag nicht gestreikt und sind auch keinen Protestkundgebungen gefolgt. "Vielleicht sind wir in der Steiermark etwas entspannter als die Wiener", sagt Ilse Bartenstein. Obwohl: "Die Wünsche der Regierung betreffen uns natürlich auch."

Zellstoff Pöls, 350 Mitarbeiter:

Im Zellstoffwerk des Papierindustriellen und ÖIAG-Aufsichtsratschefs Alfred Heinzel waren am Dienstag rund 180 Mitarbeiter bei Streikversammlungen. "Wir müssen mit der Produktion zwar durchfahren, doch wir haben eine Lösung gefunden, die dem Betrieb nicht schadet", sagt Arbeiterbetriebsrat Johann Kaiser. Je eine Abteilung von 3. Spalte insgesamt vier hat jeweils eine Stunde lang gestreikt. "Wenn wir die Anlage abgedreht hätten, hätten wir es 48 Stunden vorher tun müssen. Das war zeitmäßig nicht drinnen."

W. Hamburger, 241 Mitarbeiter:

Im Wellpappe- Unternehmen des dritten Nationalratspräsidenten Thomas Prinzhorn sind am Dienstag rund 90 Mitarbeiter zu einer Betriebsversammlung gegangen. "Wir haben ganz einfach aufgrund des Ausbaus unserer Papiermaschine PM4 einen Betriebsstillstand für eine Versammlung ausgenützt", sagt Hamburger-Betriebsrat Johann Fuchs. Die Betriebsversammlung habe rund zwei Stunden gedauert, Thomas Prinzhorn sei informiert gewesen. "Wir haben aber gutes Einvernehmen mit ihm, und ein Streik wäre kein Problem bei uns im Haus."

Niederndorfer Kieswerke, 100 Mitarbeiter:

Für das Kieswerk von VP-Justizsprecherin Maria Fekter war der Dienstag "ein ganz normaler Arbeitstag", sagt Niederndorfer-Betriebsleiter Alfred Kaspar. Kein Streik, keine Proteste. "Wahrscheinlich sind unsere Leute zufrieden", so Kaspar.

Miba, 1250 Mitarbeiter:

In der Laakirchner Firma Miba von Industriellen-Präsident Peter Mitterbauer wurde am Dienstag mit 500 Mitarbeitern eine Betriebsversammlung abgehalten. "Mehr will und kann ich dazu gar nicht sagen", sagte Betriebsrätin Erika Forstinger, sehr kurz angebunden. (DER STANDARD Printausgabe, 4.6.2003, gro)

  • Zumindest Protestver- anstaltungen wurden auch in den Betrieben von Politikern abgehalten
    foto: cremer

    Zumindest Protestver- anstaltungen wurden auch in den Betrieben von Politikern abgehalten

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