Haiders sanftes Drängen

3. Juni 2003, 17:30
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Parteichef Haupt soll selber entscheiden, wann er geht - Gorbach freut sich auf das Comeback Haiders im Stil von Hermann Maier

Jörg Haider lässt zwar keinen Zweifel daran, dass er wieder Parteichef der FPÖ werden will, die Entscheidung darüber will er aber Herbert Haupt überlassen. Die FPÖ dürfe jetzt nicht mit einer Führungsdebatte "vom Debakel der ÖVP-Strategie bei der Pensionsreform" ablenken. Der Kärntner Landeshauptmann betont, jederzeit als Parteiobmann zur Verfügung zu stehen. Allerdings nur, wenn dies von Parteichef Haupt gewünscht wäre. Dies sei "letztlich eine Entscheidung, die er treffen soll".

Haupt selbst hat sich in den vergangenen Wochen unterschiedlich dazu geäußert. Einerseits sei es sein Traum, dass Haider Bundeskanzler werde, andererseits bezeichnete er es als "völlig kontraproduktiv", wenn Haider jetzt an die Parteispitze zurückkehren wolle. Haupt hatte angekündigt, 2004 noch einmal als Parteiobmann kandidieren zu wollen. Viele in der FPÖ betrachten seine Ablöse aber bereits als beschlossene Sache und drängen auf eine rasche Umsetzung. Haider hat allerdings die Devise ausgegeben, dass Haupt beim Machtwechsel an der Parteispitze nicht beschädigt werden dürfe.

Haupt und er hätten 30 Jahre lang "immer die Funktion übernommen, die die Partei von uns verlangt hat", meinte Haider am Montagabend. "Das schweißt zusammen."

Infrastrukturminister Hubert Gorbach, der in jüngster Zeit mit Haider nicht immer das beste Verhältnis gehabt hat, meinte, "es ist vor allem die Entscheidung von Herbert Haupt, wie er den Landeshauptmann von Kärnten einbindet." Auf ein Comeback Haiders freue er sich aber: Hermann Maier habe es geschafft, "und der Jörg Haider ist dabei". (völ/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.6.2003)

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    Der Countdown für die Rückkehr von Jörg Haider an die Spitze der FPÖ läuft offenbar bereits.

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