Erste Bank senkt Semperit-Gewinnschätzung

3. Juni 2003, 16:31
posten

Eurostärke, Preisdruck und hohe Kautschukpreise belasten Industriegruppe

Wien - Nach der Präsentation der Zahlen zum ersten Quartal hat Analyst Amir-Ali Ameri von der Erste Bank heute, Dienstag, ein neues "Company Update" zur heimischen Industriegruppe Semperit Holding AG - nicht zu verwechseln mit der stillgelegten Semperit Reifen AG des deutschen Conti-Konzerns - vorgelegt. Angesichts der Eurostärke, dem hohen Preis für den Rohstoff Kautschuk und dem Preisdruck auf dem "beinahe gesättigten Markt" schraubt der Analyst die Gewinnschätzungen nach unten. 2003 seien 1,20 nach bisher 1,25 Euro zu erwarten, im kommenden Jahr 1,33 nach 1,40 Euro und 1,45 nach bisher 1,51 Euro im Jahr 2005.

Der Aktienexperte geht nicht davon aus, dass bei Semperit in den kommenden Monaten ein beträchtlicher Kurssprung zu erwarten ist und bekräftigt sein Kursziel von 15 Euro ebenso wie das Anlagevotum "Hold". Vielmehr glaubt Ameri, dass das verpflichtende Übernahmeangebot durch die B & C-Gruppe für Streubesitzaktien nur in begrenztem Maße angenommen werden wird.

Sehr wohl sieht er aber die Gefahr, dass Semperit-Anteilsscheine schon bald nicht mehr im Leitindex der Wiener Börse gereiht sein könnten. "Nach Abschluss des Übernahmeangebots wird die Liquidität deutlich zurückgehen und damit ein wichtiger Faktor für den Verbleib im ATX sinken."

Der starke Euro bremse das innere Wachstum von Semperit aus, worunter vor allem der in einer deutlichen Wachstumsphase befindliche US-Handschuhbereich leide, so der Erste Bank-Analyst weiter. Im Gegensatz zur Konkurrenz konnte Semperit seinen Marktanteil in der Vergangenheit sukzessive ausbauen, weil das Unternehmen eine besonders schlanke Kostenstruktur aufweise. Daher glaubt Ameri, dass Semperit Holding das angestrebte Umsatz- und Gewinnplus auch für das laufende Jahr erreichen wird. (APA)

Share if you care.