Hunderte Palästinenser protestieren gegen Nahost-Gipfel

3. Juni 2003, 15:43
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Hamas-Führer wirft USA Verfolgung eigener Interessen vor

Gaza - In Gaza haben am Dienstag hunderte Palästinenser gegen die beiden Nahost-Gipfel mit US-Präsident George W. Bush protestiert. Mit Rufen wie "Sharm el Sheikh ist nutzlos", "Bush ist eine Schlange" und "Der (Nahost-)Fahrplan ist ein Trick" zogen die Demonstranten durch die Stadt. Zu dem Protestmarsch hatten die Nationalen und Islamischen Kräfte aufgerufen, eine Dachorganisation von Palästinensergruppen. In einer Erklärung warf sie Bush vor, nach dem Irak-Krieg "sein Projekt beenden" und die gesamte arabische Welt unterordnen zu wollen.

Teilnahme Yassins

Auch führende Mitglieder der radikalislamischen Hamas-Organisation nahmen an den Protesten teil, unter ihnen der geistliche Führer der Hamas, Scheich Ahmed Yassin. Der Nachrichtenagentur AFP sagte Yassin, die von den USA geführten Gipfeltreffen dienten nur israelischen und US-Interessen in der Region. "Die Amerikaner meinten es nie ernst mit der Umsetzung des Friedensplans und wollen vor dem Präsidentschaftwahlkampf nur die Region ruhig halten", sagte er.

Bush traf sich zeitgleich mit dem palästinensischen Regierungschef Mahmud Abbas sowie Ägpyptens Staatschef Hosni Mubarak, dem saudiarabischen Kronprinzen Abdallah sowie den Königen von Jordanien und Bahrain, Abdullah II. und Hamad el Khalifa im ägyptischen Badeort Sharm el Sheikh, um über den internationalen Nahost-Friedensplan zu beraten. Am Mittwoch ist ein weiterer Gipfel mit Bush, Abbas und dem israelischen Regierungschef Ariel Sharon im jordanischen Akaba geplant. (APA)

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