Bush-Regierung als "umgekehrter Robin Hood"

3. Juni 2003, 15:23
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"Neue amerikanische Plutokratie" lässt bei Steuerreform Armen "nicht einmal Krümel übrig"

Washington - Die jüngste Steuerreform in den USA wird in einem Kommentar der "New York Times" scharf kritisiert. Die Regierung von US-Präsident George W. Bush wird mit einem "umgekehrten Robin Hood" verglichen, der den Armen nimmt und den Reichen gibt. "Die großen Tiere bekommen ihre Steuersenkungen. Aber in der neuen amerikanischen Plutokratie bleiben für die Arbeitenden am unteren Ende der Lohnskala nicht einmal Krümel übrig". Die kaltherzige Streichung des geplanten Kinder-Freibetrags für Millionen von Arbeiter-Familien in letzter Minute sei ein "gemeiner und vollkommen überflüssiger Akt". Es zeige die feindliche Einstellung der derzeitigen Regierung gegenüber den Armen.

Bei der Steuerreform wurden im letzten Moment die geplanten Freibeträge für Kinder in Familien mit Mindesteinkommen gestrichen. Auf Grund der Einsparungen werden die meisten Familien mit einem Jahreseinkommen von 10.000 bis 26.500 Dollar im Sommer keine Steuer-Schecks von 400 Dollar (341 Euro) pro Kind bekommen, wie es für die Mittelklasse-Familien vorgesehen ist.

Von der Maßnahme seien fast 12 Millionen Kinder betroffen, oder jedes sechste Kind unter 17 Jahren in den USA. Die Hälfte aller Kinder in afro-amerikanischen und Latino-Familien werde durch die Steuerreform nichts oder nur einen Teil des Steuer-Freibetrags erhalten. Umgekehrt allerdings seien die steuerschonenden Möglichkeiten für Offshore-Gesellschaften durch die Reform nicht eingeschränkt worden. (APA)

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