Sharon zur Räumung von Siedlungen bereit

4. Juni 2003, 07:15
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Auflösung innerhalb weniger Wochen möglich

Jerusalem/Washington - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon will auf dem Nahost-Gipfel am Mittwoch in Jordanien nach Medienberichten den Abriss von etwa einem Dutzend illegaler jüdischer Siedlungen anbieten. Hierzu wolle sich Sharon in dem geplanten Dreiergespräch mit US-Präsident George W. Bush und dem palästinensischen Regierungschef Mahmud Abbas bereit erklären, berichtete das israelische Fernsehen am Dienstagabend.

Dem Fernsehbericht zufolge könnten die in den Palästinensergebieten errichteten Siedlungen innerhalb weniger Wochen aufgelöst werden. Am Vortag hatte Israels Vize-Verteidigungsminister Zeev Boim erklärt, es könnten höchstens zehn Siedlungen abgerissen werden. Die Auflösung solcher Siedlungen ist einer der Kernpunkte des internationalen Friedensplans, über den Bush im jordanischen Badeort Akaba mit Sharon und Abbas sprechen wollte.

Im Mittelpunkt der Gespräche in Akaba sollte der internationale Friedensplan stehen, der die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaats bis 2005 vorsieht. Eine Umsetzung des von den USA, Russland, der UNO und der EU ausgearbeiteten Plans würde beiden Konfliktparteien Zugeständnisse abverlangen.

Einer Umfrage der Universität von Tel Aviv zufolge ist die Mehrheit der Israelis für den Friedensplan, ohne jedoch an eine dauerhafte Lösung des Nahost-Konflikts zu glauben. 59 Prozent der Befragten sprachen sich demnach für den "Friedensfahrplan" aus, während 39 Prozent dagegen waren. In der gleichen Befragung gaben 66 Prozent der befragten Israelis an, sie seien von einem dauerhaften Erfolg des Friedensplans nicht überzeugt.

Im Libanon wurde ein Sanitäter der Hisbollah-Bewegung bei einer Explosion schwer verletzt. Der etwa 30-jährige Mann sei an Füßen und Bauch getroffen worden, als der Sprengsatz in seinem Krankenwagen in Kfarkila an der israelischen Grenze explodierte, teilte die Polizei am Dienstag mit. (APA)

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