Protein zur Wundheilung

3. Juni 2003, 14:36
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Mäuseversuch zeigte: Von Fruchtfliegen bekanntes "c-Jun" auch bei Säugetieren wirksam

San Diego, Kalifornien - Das Protein "c-Jun", das für die normale Entwicklung von Fruchtfliegen-Embryonen unerlässlich ist, unterstützt auch bei Säugern die rasche Heilung von Schnitt- und Platzwunden. Die Wissenschaftler hoffen nun, dass die Entdeckung des molekularen Mechanismus die Entwicklung eines Medikaments für Diabetiker oder Patienten mit Brandwunden vorantreibt, um deren Wundheilung zu verbessern.

Welche Rolle das "c-Jun"-Protein in der Embryonalentwicklung der Fruchtfliege Drosophila spielt, war Genetikern bereits seit langem bekannt. Biologen der University of California kamen nun im Mäuseversuch einer weiteren Funktion des Proteins auf die Spur. Die Forscher kreierten einen Mäusestamm, dem das "c-Jun"-Protein in den Hautzellen fehlte. Zur Überraschung der Wissenschaftler kamen die Mäuse atypisch mit offenen Augen zur Welt. Außerdem heilten bei den erwachsenen Mäusen Wunden langsamer, berichten die Biologen in der Fachzeitschrift "Developmental Cell". Die Untersuchung ergab, dass die zugrunde liegende Fehlfunktion darauf beruht, dass sich die neu gebildeten Hautzellen an den Augenrändern und an den Wundrändern aufstauten, sich aber nicht über die Ränder hinweg bewegten.

Die Tatsache, dass das Protein zu einer Familie zählt, in der Proteine überlappende Funktionen besitzen, könnte klären, warum die genetisch veränderten Mäuse keine weiteren schweren Hautschäden hatten, so der Erstautor der Studie Guochun Li. Bei Fruchtfliegen ist das Protein "c-Jun" notwendig, um den Rücken der Embryonen während ihrer Entwicklung zu schließen. Die Hautzellen bewegen sich dabei von beiden Seiten auf die offene Mittellinie des Rückens zu und verschmelzen. Ähnlich verläuft der Wundheilungsprozess bei Säugetieren ab: Zuerst werden an den Rändern einer Wunde neue Hautzellen gebildet. Diese wandern in Folge aufeinander zu und schließen die Wunde. (pte)

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