Umfrage: Bier bleibt Bier

3. Juni 2003, 14:59
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Heimischen Biertrinkern ist der Heineken/BBAG-Deal herzlich egal - Steigende Preise, aber mehr Auswahl erwartet

Wien - Den Verkauf des größten heimischen Braukonzerns BBAG an den niederländischen Bierriesen Heineken quittieren die österreichischen Biertrinker mit einem Achselzucken. Die Konsumenten erwarten mehrheitlich weder Markensterben noch Einheitsbier, dafür aber mehr Auswahl. Mit billigeren Preisen rechnet man eher nicht.

Die stärksten Auswirkungen erwarten die Konsumenten auf wirtschaftlichem Gebiet: Die kleinen Brauereien werden sich schärferem Wettbewerbs-Wind ausgesetzt sehen als bisher, glaubt eine große Mehrheit der Österreicher laut einer am Dienstag veröffentlichten "market"-Umfrage. Dabei erfasste das Linzer Meinungsforschungsinstitut rund 400 Personen ab 18 Jahren.

Biertrinker-Nation

Nur rund ein Drittel hat den Kauf bisher überhaupt zur Kenntnis genommen, wobei Männer wesentlich besser unterrichtet sind. Kein Wunder: Nur 18 Prozent der Männer, aber fast die Hälfte der Frauen geben an, auf den Genuss des Gerstensafts überhaupt zu verzichten.

Zwar stimmen fast 70 Prozent der Aussage zu, dass der Heineken-Einstieg die "Position Österreichs in der Bierwelt schwächt", an die 80 Prozent glauben aber eher nicht, dass sie als Konsumenten persönlich betroffen sind. Eine Dreiviertelmehrheit erwartet, dass es eine größere Vielfalt über das größere Angebot an ausländischen Marken geben wird. Mit dem Verlust von Traditionsmarken oder einem Rückgang des Bierkonsums wird nicht gerechnet. Kaum jemand glaubt, dass nach dem Deal die Preise sinken werden.

Harte Zeit für die "Kleinen"

Die stärksten Auswirkungen sehen die Österreicher im wirtschaftlichen Wettbewerb: Die kleineren Brauereien werden sich anstrengen müssen, um im Wettbewerb bestehen zu können, sagen fast 90 Prozent der Befragten. Die lokalen Brauereien können dies aber auch als Chance nutzen: Eine deutliche Mehrheit erwartet, dass sich kritische Konsumenten verstärkt den Bieren kleinerer Marken zuwenden werden.

Die Akzeptanz der globalen Marke schließt den Erfolg von Spezialitäten-Anbietern und Regionalanbietern nicht aus, meinte market-Chef Werner Beutelmeyer: "Wir werden im Schatten der Großen blühende regionale Qualitäten sehen", glaubt der Meinungsforscher. "Heineken und die Spezialmarke 'Hofstettner Kübelbier' kommen sich nicht in die Quere." (APA)

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    Hauptsache der gelbe Saft fließt, woher er kommt, ist den heimischen Bierkonsumenten meist egal

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