Admiral Sportwetten dreht ins Plus

3. Juni 2003, 18:25
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Die Tochter des Glücksspielkonzerns Novomatic, schaffte 2002 den Turnaround - Der Vorstand überlegt den zweiten Börsegang

Wien - "Es ist zwar angesichts der derzeitigen Situation auf den Märkten so etwas wie eine Art Vision", formuliert Admiral-Sportwetten-Finanzvorstand Josef Schöpf, "aber mittelfristig ist ein zweiter Börsegang möglich." "Aber sicher nicht schon in zwei Jahren", ergänzt Vorstandschef Karl Thöne bei der Bilanzpressekonferenz des Marktführers im heimischen Sportwettenmarkt am Dienstag.

Das Secondary Public Offering könnte eine Filialexpansion in Osteuropa finanzieren helfen. Im Jahr 2002 wurde der Turnaround geschafft, auch das erste Quartal 2003 verheiße Positives, deswegen sei man auf dem Weg, wieder für Anleger attraktiv zu werden, argumentierten die Chefs (zu den Kennzahlen 2002 und zum bisherigen Verlauf des Aktienkurses siehe Grafik). Aber: "Es gibt auch andere Finanzierungen." Die Wachstumsschwerpunkte sieht Admiral Sportwetten dabei neben einer Internationalisierung des Unternehmens im Ausbau des Internet-Wettgeschäfts sowie in der Erschließung neuer Vertriebskanäle.

77 Filialen in Österreich

In Österreich hält Admiral derzeit bei 77 Filialen, bis Herbst, dem Beginn der nächsten Fußballsaison, sollen es über 80 sein. Damit erreicht die Österreichexpansion ihre Grenze. "Es gibt aber noch weiße Flecken für uns, etwa in Niederösterreich", so Thöne.

In zwei bis drei Jahren soll die Hälfte der Umsätze aus dem Onlinebereich kommen. Derzeit generiert das Internet knapp zehn Prozent, die Kooperation mit dem TV-Sender Premiere läuft bis Herbst noch im Testbetrieb.

Fußball brachte den Kick

Der Kick für den Umsatz im vergangenen Jahr kam von der Fußball-WM, aber auch von der Abschaffung des zehnprozentigen Zuschlags, den Admiral vor zwei Jahren eingeführt hatte, um professionelles "Hedging" von Wetten durch andere Buchmacher unattraktiv zu machen. Dies könnte nun vor allem durch verbesserte Sicherheitssoftware fast vollständig verhindert werden, so die Vorstände am Dienstag.

Im ersten Quartal 2003 drehte sich das Ebitda von minus 0,62 Mio. Euro auf plus 0,82 Mio. Die Erlöse steigerten sich von 21,4 auf 22 Mio. Euro, der für Wettunternehmen so wichtige Rohertrag von 4,5 auf 5,3 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einer "Fortsetzung des positiven Trends". (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Printausgabe, 4.6.2003)

  • Plangemäß schafft der börsennotierte Wettanbieter im abgelaufenen Geschäftsjahr positive Zahlen
    montage: derstandard.at

    Plangemäß schafft der börsennotierte Wettanbieter im abgelaufenen Geschäftsjahr positive Zahlen

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