Wo ist Christoph Kolumbus begraben?

3. Juni 2003, 13:02
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Spanische Forscher öffneten Gräber und bereiten Gen-Analyse vor

Sevilla - Spanische Wissenschafter haben die angeblichen Gräber von Christoph Kolumbus und dessen Sohn Hernando in der Kathedrale von Sevilla geöffnet. Sie entnahmen die Urnen mit den Gebeinen, um daran Gen-Analysen vorzunehmen. Damit soll das Rätsel gelöst werden, ob in der Kolumbus-Gruft in der südspanischen Metropole wirklich der Entdecker Amerikas begraben liegt. Zugleich wollen sie den Streit zwischen den Städten Sevilla und Santo Domingo in der Dominikanischen Republik klären, die sich das Kolumbus-Grab streitig machen.

Nach der Öffnung der Gräber wurden die Urnen von Kolumbus und Hernando Presseberichten vom Dienstag zufolge in spanische Flaggen gehüllt und in die Universität von Granada gebracht. Dort wollen die Wissenschafter Gewebeproben für DNA-Analysen entnehmen. Am kommenden Freitag sollen die Urnen wieder in den Gräbern beigesetzt werden. Im September 2002 waren bereits die Gebeine des Kolumbus-Bruders Diego exhumiert worden.

Erlaubnis noch ausständig

Die Ergebnisse der Gen-Analysen werden erst in mehreren Monaten erwartet. Nach spanischen Angaben ist noch unklar, ob die Regierung der Dominikanischen Republik ihre Erlaubnis zur Öffnung des Kolumbus-Grabs in dem Karibik-Staat gibt. Die spanischen Wissenschafter gehen jedoch davon aus, dass sie in jedem Fall das Rätsel um die Grabstätte des Seefahrers lösen können. Als Schlüssel könnte ihnen dabei die DNA-Analyse der Überreste des Kolumbus- Sohnes dienen. An der Echtheit der Grabstelle von Hernando bestehen nämlich unter den Historikern keinerlei Zweifel.

Die Forscher wollen auch die Frage beantworten, ob Kolumbus wirklich aus Genua in Italien stammte, oder ob er vielleicht einer Liaison eines spanischen Prinzen mit einer Mallorquinerin entsprang. Das Wirrwarr um die Grabstelle des Entdeckers geht darauf zurück, dass die sterblichen Reste von Kolumbus immer wieder umgebettet wurden. Sie ruhten im Laufe der Zeit in Grabstätten in Valladolid (Nordspanien), Sevilla, Havanna (Kuba) und Santo Domingo. (APA/dpa)

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