Streik in 367 Wiener Kindergärten

3. Juni 2003, 12:37
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ÖGB übernimmt Kosten für den Streiktag

Wien - Alle 367 städtische Kindergärten mit insgesamt rund 36.000 Betreuungsplätzen wurden am Dienstag in Wien bestreikt. Diese erste Zwischenbilanz zog der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Rudolf Hundstorfer, bei einem Besuch in der Kindertagesstätte Baron-Karl-Gasse. Bei den Eltern stoße der Protest weitgehend auf Verständnis, berichtete dessen Leiterin, Ilse Gerlach.

6.500 KindergärtnerInnen beteiligt

Es zeichne sich ab, dass am Ende des Tages über eine Million Menschen gegen die Pensionsreform gestreikt haben werden, meinte Hundstorfer. Allein 70.000 Streikende gebe es bei den Gemeindebediensteten, 20.000 davon in Wien. Die rund 6.500 MitarbeiterInnen der Kindergärten hätten sich geschlossen an den Protestmaßnahmen beteiligt. Dazu kämen noch rund 150 Häuser der Wiener Kinderfreunde. Es habe auch nirgends Eltern gegeben, die in der Früh versucht hätten, ihre Kinder abzugeben, berichtete Hundstorfer.

Selbstorganisation

Auch in der Baron-Karl-Gasse habe es diesbezüglich keine Probleme gegeben, sagte Gerlach. "Wir haben die Eltern schon ab Donnerstag informiert." Seit 12.00 Uhr haben die Kindergärten die Pforten wieder geöffnet. Man rechne aber nicht damit, dass am Nachmittag noch viele Kinder kommen würden, so Gerlach. "Die meisten Eltern haben sich selbst etwas organisiert."

Zu den Erfolgsaussichten der Streiks hält man sich vage. "Wir hoffen, dass es etwas bewirkt", meinte eine andere Betreuerin. Einen Verdienstentgang haben die Kindergärtnerinnen jedenfalls nicht zu befürchten. Der ÖGB übernehme für alle Bediensteten die Kosten für den Streiktag, meinte Hundstorfer. (APA)

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    Die Streiks in den Kindergärten zogen keine Probleme nach sich.
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