"Pensionsreform" wird Arbeitslosigkeit weiter erhöhen

3. Juni 2003, 12:16
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ÖGB-Leutner: Frauen zwischen 55 und 60 extrem betroffen

Wien - "Der neuerliche Anstieg der Arbeitslosigkeit ist das Ergebnis der Untätigkeit der Regierung. Statt endlich mehr Mittel in die aktive Arbeitsmarktpolitik zu stecken, macht sie sich für die Abschaffung der Frühpensionen stark", stellt der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, fest. Die Arbeitsmarktdaten für Mai zeigen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 3,4 Prozent. Insgesamt waren im Mai 214.955 Personen als arbeitslos vorgemerkt.

Frauen und Junge extrem betroffen

Besonders Jugendliche unter 25 Jahren sind die Leidtragenden der Untätigkeit der Regierung in der Beschäftigungspolitik, die Jugendarbeitslosigkeit nahm um 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die Alarmglocken läuten müssten bei der Regierung aber auch angesichts der Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit der Älteren weiter wächst. "Bei den Frauen nahm die Arbeitslosigkeit bei der Altersgruppe der 55- bis 60-Jährigen mit 16 Prozent am stärksten zu", sagt Leutner. Bereits vom April 2000 bis April 2003 war die Arbeitslosigkeit der über 60-jährigen Männer um 204 Prozent gestiegen und bei den Frauen zwischen 55 und 60 Jahren um 87,9 Prozent.

Fehlende Arbeitsplätze

Werde die Abschaffung der Frühpensionen so, wie von der Regierung geplant, durchgezogen, werde die Arbeitslosigkeit weiter dramatisch steigen, ist Leutner überzeugt, denn es fehle an den Arbeitsplätzen. "Unser heutiger Abwehrstreik richtet sich auch gegen die überfallsartige Abschaffung der Frühpension", erklärt Leutner. Er fordert die Regierung neuerlich zur Annahme des Angebots der Sozialpartner auf, bis Ende September eine faire Pensionsreform auszuarbeiten, die Rücksicht auf die Situation am Arbeitsmarkt nimmt.

Zusätzlich fordert der ÖGB die Aufstockung der Budgetmittel für eine aktive Arbeitsmarktpolitik um 250 Millionen Euro. Für Jugendliche, die keine Lehrstelle finden, müssten alternative Bildungsangebote geschaffen werden. (red)

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