TiVo als Werbespot-Barometer

3. Juni 2003, 11:56
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Digitaler Videorekorder verändert Sehergewohnheiten

TiVo, Hersteller von digitalen Videorekordern, will sein Image bei der Werbeindustrie aufbessern. Zu diesem Zweck bietet das im kalifornischen San Jose ansässige Unternehmen der Werbebranche die dokumentierten Sehergewohnheiten seiner Abonnenten zum Kauf an, berichtet die "Los Angeles Times". Bisher waren Hersteller digitaler Videorekorder wie TiVo und ReplayTV für TV-Sender und Werbebranche ein rotes Tuch, weil sie das Ausblenden von Werbespots ermöglichen. Gemeinsam mit der Chicagoer Kommunkationsagentur Starcom MediaVest liefert TiVo künftig einen Quartalsbericht der Sehgewohnheiten in der Prime Time.

"Unsere Möglichkeiten der Zielgruppenmessung bietet TV-Sendern und der Werbebranche einen noch nie da gewesenen, detaillierten Einblick, wie die Zuseher Programme und Werbung konsumieren", versichert TiVo-Präsident Martin J. Yudkovitz. TiVo-Videorekorder zeichnen TV-Programme auf Festplatte auf und ermöglichen dadurch, Live-Sendungen zu pausieren, vor- oder zurückzuspulen oder Werbeblöcke auszublenden. Vor allem aber verändern sie die Sehgewohnheiten des Publikums, so Yudkovitz. Da der digitale Rekorder regelmäßig mit dem TiVo-Server in Verbindung steht, können alle Aktivitäten der User sekundengenau aufgezeichnet werden. Das Ergebnis ist offenbar für die Werbebranche so interessant, dass TiVo damit Geld verdienen will.

Veränderung der Sehgewohnheiten

"Sie werden die Daten lieben", so Medien-Marktforscher Larry Gerbrandt zur LA Times, um gleichzeitig zu betonen: "Sie werden hassen, was die Daten aussagen". Laut Yudkovitz ist es TiVo möglich, bei allen derzeit mehr als 700.000 Abonnenten jede gewünschte Sehgewohnheit zu jeder Tageszeit und bei jedem Programm sekundengenau zu analysieren. Dabei sei eine deutliche Veränderung der Sehgewohnheiten festgestellt worden. So habe eine vorläufige Studie von 11.000 Haushalten ergeben, dass zwei Drittel der TiVo-User ihren TV-Konsum aufzeichnen und später ansehen. 77 Prozent überspringen Werbespots, während dies nur 17 Prozent tun, wenn sie das Programm live sehen. Für die Werbebranche ist vor allem interessant, welche Spots sie nicht überspringen. Der meistgesehenste TV-Spot war demnach der Pepsi-Spot mit Britney Spears während des Super Bowl. (pte)

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