IBM im Visier der US-Börsenaufsicht

3. Juni 2003, 14:44
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SEC will Buchungspraxis des IT-Riesen unter die Lupe nehmen

New York - Die von der US-Börsenaufsicht SEC eingeleiteten Ermittlungen gegen die International Business Machines Corp (IBM) haben die Anleger verunsichert. Auf außerbörslichen Handelsplattformen ging der Kurs der IBM-Aktien am Montag weiter zurück, nachdem die Titel die reguläre Sitzung mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 87,33 USD beendet hatten. Auch deutsche Technologiewerte waren kurzfristig unter Druck geraten, allerdings mit geringeren Kursverluste als von Händlern erwartet. Nach Angaben des US-Technologiekonzerns sammelt die SEC derzeit Fakten zur Prüfung der Umsatzangaben der Jahre 2000 und 2001.

Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit einer separaten Untersuchung der SEC bei einem Kunden der IBM-Tochter Retail Store Solutions, hatte das Unternehmen zuvor mitgeteilt. Eine Entscheidung habe die Börsenaufsicht noch nicht getroffen. Von der SEC war keine Stellungnahme erhältlich. Vertreter der SEC und von IBM haben sich in der Vergangenheit bereits mehrfach über die Buchungspraxis von Umsätzen bei IBM auseinandergesetzt, hieß es in der Branche. Bisher habe IBM die Ergänzung ihrer Angaben in ihren Pflichtmitteilungen an die SEC abgelehnt, sei von der Börsenaufsicht aber auch nicht dazu gezwungen worden.

Nach Information der SEC habe sich die Gesellschaft inzwischen aber zu weiteren Erläuterungen in künftigen Berichten bereit erklärt. So hatte zum Beispiel die Bilanz 2001, die erste nach den Auseinandersetzungen mit der SEC, deutlich mehr Informationen zu den Einnahmen des Pensionsfonds enthalten. Unmut der Anleger hatte Anfang 2002 auch die "heimliche" Verbuchung eines Ertrags von 300 Mio USD aus dem Verkauf einer Tochter an die JDS Uniphase Corp in der letzten Woche des Jahres ausgelöst.

Die genaue Summe habe IBM seinerzeit nicht mitgeteilt und daher die Ergebnisschätzung der Analysten übertreffen können, hieß es. Inzwischen stelle IBM ihre Umsätze konkreter dar. Sie lege nun Branchenbeobachtern zufolge Lizenzeinnahmen, Erlöse aus dem Verkauf von Aktiva und Pensionseinnahmen offen. (vwd)

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