Aceh verweigert ausländischen Journalisten die Einreise

3. Juni 2003, 10:53
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Reporter sollen nicht aus indonesischer Unruheprovinz berichten

Nach den jüngsten Ausschreitungen in der indonesischen Provinz Aceh hat die Regierung etwa zehn ausländischen Journalisten die Einreise in das Kriegsgebiet verweigert. Es habe etliche Visumsanträge gegeben, die aber "fast alle" abgewiesen worden seien, sagte ein Außenamtsmitarbeiter in Jakarta am Dienstag. Generalmajor Endang Suwarya habe etwa zehn Presseleuten die Aufenthaltserlaubnis verwehrt. "Wir sind in der Lage, das Problem hier selbst zu regeln", zitierte die Tageszeitung "Kompas" den Militär, der seit der Verhängung des Kriegsrechts am 19. Mai über die Visumsanträge entscheidet. Er brauche in der Unruheprovinz keine "ausländischen Beobachter".

Das in New York ansässige Komitee zum Schutz von Journalisten hatte sich vergangene Woche besorgt über die "systematische" Einschränkung der Pressefreiheit in Aceh geäußert. In mehreren Fällen hätten sogar Bewaffnete auf ausländische und einheimische Journalisten geschossen.

Die indonesische Regierung hatte das Kriegsrecht über Aceh verhängt, nachdem Verhandlungen zwischen der Regierung und der Rebellenbewegung Freies Aceh (GAM) in Tokio gescheitert waren. Jakarta hatte von den Rebellen die sofortige Entwaffnung und den Verzicht auf die Forderung nach Unabhängigkeit verlangt. (APA/AFP/red)

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