Touristen warten am Wiener Westbahnhof

3. Juni 2003, 15:22
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Ansonsten menschenleere Hallen - Taxler: "Stau bedingte lange Fahrten bringen viel Umsatz"

Überall scheint sich der Streik der ÖBB-Mitarbeiter gegen die Pensionsreformpläne noch nicht herumgesprochen zu haben. Am Wiener Westbahnhof fanden sich Dienstag Vormittag zumindest immer wieder Reisewillige ein, die dann bei den Schaltern Plakate mit der Aufschrift "Hier wird gestreikt" zur Kenntnis nehmen mussten. Vor allem Gäste aus dem Ausland waren nicht über die Streiks informiert.

"Man hat uns erst im Zug von Budapest gesagt, dass es in Wien nicht weiter geht", berichtete eine etwa 40-jährige Deutsche. Nun versuche ihr Mann, ein Mietauto für die Weiterfahrt nach Stuttgart zu organisieren. "Das ist schon ärgerlich", meinte sie.

"Vollstes Verständnis"

Nichts von den Streiks gewusst haben auch fünf Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Man habe erst in Wien erfahren, dass heute keine Züge fahren. Er habe aber "vollstes Verständnis", meinte Steffen Hagen. Man müsse sich ja mit den österreichischen Kollegen "solidarisch erklären".

Etwas ratlos zeigten sich drei junge Frauen aus der Bundesrepublik: "Uns wurde gesagt, dass internationale Züge verkehren", meinten sie. Nun wüssten sie nicht, wie sie Österreich wieder verlassen könnten. Eine Gruppe von Senioren hat sich hingegen schon auf den Streik eingestellt. "Wir haben unser 50-jähriges Maturatreffen schon seit einem halben Jahr geplant. Das konnten wir nicht verschieben", meinte ein Teilnehmer. Man habe sich aber vorausschauend selber einen Kleinbus organisiert.

Taxler: "Stau bedingte lange Fahrten bringen viel Umsatz"

Wirklich glücklich mit den Streiks zeigten sich die Taxifahrer vor dem Bahnhof. "Stau bedingte lange Fahrten bringen viel Umsatz", meinte einer. Länger als fünf Minuten sei er noch nicht ohne Fahrgast gestanden. Weniger Umsatz machten dafür die Geschäfte im Westbahnhof. Die Trafiken, Kaffeehäuser und Bäckereien waren zwar offen, doch es gab kaum Kunden. Auch der Postschalter im Erdgeschoss hatte geöffnet. "Viel los ist aber nicht", gestand ein Mitarbeiter. (APA)

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    Touristen am Wiener Westbahnhof

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