Letzter Blix-Bericht: Keine Beweise für Iraks Waffenprogramm

2. Juni 2003, 22:04
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UN-Inspektoren beklagen Zeitmangel

New York - Die UNO-Inspektoren im Irak hatten nach Angaben ihres Chefs Hans Blix keine Beweise, dass Saddam Hussein im Besitz von Massenvernichtungswaffen war. Es habe aber zahlreiche Hinweise auf chemische und biologische Waffen gegeben, schrieb Blix in seinem am Montag vorgestellten Abschlussbericht für den Weltsicherheitsrat. Trotz ihrer Erkenntnisse hätten die USA und Großbritannien die UNO-Experten daran gehindert, nach dem Krieg in den Irak zurückzukehren um bei der Suche nach den Waffen zu helfen.

Blix sagte, den Inspektoren habe die Zeit gefehlt, späte Hinweise der irakischen Regierung zu überprüfen. So hätten zahlreiche Iraker, die bei der Zerstörung von Milzbrandsporen nach dem ersten Golfkrieg 1991 beteiligt gewesen sein sollen, nicht mehr befragt werden können.

Weil die USA und Großbritannien, die ihren Krieg mit der Bedrohung durch Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen begründeten, auch elf Wochen nach dem Ende der Kampfhandlungen keine Bio- oder Chemiewaffen entdeckt haben, stehen sie nun unter erheblichem Rechtfertigungsdruck.

Blix, der am 30. Juni als Chef der UNO-Abrüstungskommission (UNMOVIC) ausscheidet, sagte, seine Leute seien bereit, ihre Arbeit im Irak wieder aufzunehmen. Sein Bericht wird voraussichtlich am Donnerstag im Weltsicherheitsrat erörtert. (APA/AP)

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