Multi Medea

2. Juni 2003, 21:54
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Weißer Thron, Zuschauer in weißem Tuch und eine usbekische Variante der Medea-Sage beim walk.tanz.theater.projekt in Feldkirch

In einem schmalen Kellerflur nimmt das Publikum auf Bierbänken Platz. An der Stirnfront sitzt der weiß gekleidete Schriftsteller Jodgor Obid auf weiß beschlagenem Thron und erzählt eine usbekische Variante der Medea-Sage. Danach werden die Zuschauer in weiße Tücher gehüllt und in einen weiß gestrichenen Nebenraum geführt.

Dort tanzen Dilxat Tursun und Rebekka Bogomolec die Geschichte von Jason und Medea, die Geschichte von Liebe und Entfremdung, von Hass und Mord. Unterbrochen von Spielszenen der Schauspielerin Brigitte Walk und den Einsätzen eines fünfköpfigen Chores, der mehrstimmige Schweizer Volkslieder singt (richtig schön gruselig). Virtuos auch die Lichttechnik. Insgesamt ein begeisterndes Sinneserlebnis der multimedialen Art. Sehr empfehlenswert! Choreografie von Jacqueline Beck. Regie: Hanspeter Horner. (mh/DER STANDARD, Printausgabe, 3.6.2003)

walk.tanz.theater.projekt
Pförtnerhaus
6800 Feldkirch
05522/728 95
9./11./12./17./18. Juni
jeweils 20 Uhr
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