Bier mit Zusatznutzen

2. Juni 2003, 21:08
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Zwischen Genuss und Gesundheit

"Kraft für den Mann, Genuss für die Frau", lautet der Slogan, mit dem "Steirerman", ein Bier mit zugesetztem Kürbiskernextrakt beworben wird. Ausgelöst durch einen Krankheitsfall im Freundeskreis, habe es von der Idee bis zum Bier eineinhalb Jahre Entwicklungszeit gebraucht, berichtet sein "Erfinder" Günter Schlegel, bis das richtige Verhältnis von Hopfen, Malz und entfettetem Kürbiskernextrakt feststand. Heute ist es beim Patentamt angemeldet, wo man das alkoholhältige Getränk mit der Begründung, dass es sich "weltweit um das erste Bier mit einem sinnvollen Zusatznutzen" handle, unter Gebrauchsmusterschutz gestellt hat.

In einem Artikel im Konsument, der Zeitschrift des Vereins für Konsumenteninformation, im Jänner 2003 wurde der Widerspruch zwischen Alkohol und Wellness kritisiert. "Eine Flasche enthält die empfohlene Tagesdosis an Kürbiskernen, aber nur die halbe empfohlene Tagesmenge an Alkohol", meint Scheler dazu, wobei er die "ganze Alkoholdiskussion" als "Politikum" bezeichnet. Der verwendete Kürbiskerneextrakt komme aus pharmazeutischer Herstellung, da nur so der standardisierte Gehalt an Inhaltsstoffen garantiert sei. Scheler möchte sein Produkt nicht als Gesundheitsbier positionieren, obwohl es ihm ein Anliegen sei, das Tabu rund um das Thema Prostata zu durchbrechen. "Aber Bier ist ein Genussmittel."

In der Diskussion über den Gesundheitsaspekt sehe er einen "humorvoller Werbezugang, der ganz gut ankommt". Eine alkoholfreie Variante sei fertig entwickelt, wobei alkoholfreies Bier in Österreich generell "ein schwieriges Produkt ist".(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.6. 2003)

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