Europareife für die Universitäten

2. Juni 2003, 20:26
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Im Wettbewerb mit USA und Asien

Wien - "Klare Botschaften an die Politik" forderten rund 500 Rektoren aus 40 Ländern bei der am Wochenende zu Ende gegangenen Konferenz der "European University Association" (EUA), der Europäischen Rektorenkonferenz. Gleichzeitig sollen die Unis ein europäisches Profil entwickeln und sich so zu den Unis in Asien und den USA abgrenzen, sagten österreichische Rektoren am Montag.

Als wesentliche Bestandteile einer europäischen Dimension der Unis nannte der Vorsitzende der Österreichischen Rektorenkonferenz, Georg Winckler, vier Punkte: Die kulturelle und sprachliche Vielfalt müsse widergespiegelt werden. Jetzt setzten viele Unis zu einseitig auf Englisch. Forschung und Lehre müssten verknüpft bleiben, reine "Lern-Unis" zum "Geldscheffeln" hätten nicht lange Bestand, glaubt Winckler. Außerdem brauche man eine europäische "Qualitätskultur" und eine "Architektur zur Qualitätssicherung".

Der vierte Punkt betreffe die Verbindung der Wettbewerbsfähigkeit und "Excellence" mit dem demokratischen Zugang zu den Unis, so Winckler. Dies bedeute aber nicht eine automatische Absage an einen Numerus clausus: Der Grundsatz, dass jeder Studierende Zugang zu den Unis haben soll, heiße nicht, dass dies automatisch für alle Studienrichtungen oder alle Programme gelten müsse. In Österreich könnte Bewegung in diese Frage kommen, wenn der Europäische Gerichtshof die Zulassungsbeschränkungen für ausländische Numerus-clausus-Flüchtlinge aufhebt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.6. 2003)

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