Protestsongs für die Popmetropole

2. Juni 2003, 22:00
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"Platoo" als Karrierestart für Liedermacher

Graz - Mit dem vor zwei Monaten eröffneten PPC (Project Pop Culture) entstand in Graz eine österreichweit einzigartige professioneller "Brutkasten" für die junge Musikszene - DER STANDARD berichtete.

Vor allem Pop und elektronische Musik sind durch Grazer Veranstalter und Festivals wie "Spring 3", das in der vergangenen Woche zum dritten Mal mit internationalen und heimischen Künstlern die Massen anlockte, im Aufwind. Ganz anders steht es um die Zunft der so genannten Singer und Songwriter, die sich den Protestsongs oder auch Balladen im Geiste von Leonard Cohen und Bob Dylan verschrieben haben.

Hierzulande wird der unschöne Begriff des Liedermachers dieser Sparte wohl am ehesten gerecht. Eine sterbende Zunft, könnte man meinen. "Eben nicht", meint der 29-jährige Belgier Jan-Pieter Martens, der in seiner Jugend in Belgien ein Faible für die - wie er meint - sensibelsten unter den Musikern entwickelte. "Es gibt hier sehr viele talentierte Songwriter, aber nur wenige kennen sie." Martens, der eigentlich als Profifußballer für den SK Sturm nach Graz kam und verletzungsbedingt eine längere Pause machen musste, ist selbst ausgebildeter Musiker, und startet nun eine Projekt, das junge Songwritern ermutigen soll, ins grelle Rampenlicht zu treten.

"Gleich in den ersten beiden Wochen haben sich über 30 Künstler bei mir gemeldet", freut sich Martens, dessen Plattform vom Land Steiermark mit einer Förderung gesegnet wurde, von der andere Kulturinitiativen nur träumen können: 15.000 Euro wurden ihm für die ersten vier Termine zugesagt.

An jedem ersten Freitag im Monat werden ab Juni jeweils vier Sänger mit maximal einem Begleitmusiker an verschiedenen Orten der Steiermark präsentiert.

"Platoo" startet am Freitag, dem 6. Juni, um 20 Uhr im PPC, wo die Sängerin Reeva, Johannes Hager, Lydia Hermann und Florian Randacher, der eigentlich Teil der "Ausseer Hardbradler" ist, zeigen werden, wie sie sich solo anhören. (cms/DER STANDARD, Printausgabe, 3.6.2003)

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