UN-Sondergesandter de Mello beginnt Irakmission

2. Juni 2003, 18:41
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Kehrtwende bei Irakregierung

Bagdad - Vor dem Hintergrund einer neuerlichen Kehrtwende der amerikanischen Nachkriegspolitik im Irak reiste der neue UN-Sondergesandte Sergio Vieira de Mello am Montag nach Bagdad, um erstmals die konkreten Möglichkeiten für seine Aufgabe als Repräsentant der Vereinten Nationen neben den Besatzungsmächten USA und Großbritannien auszuloten. Laut UN-Resolution 1483 soll der brasilianische Diplomat in Zusammenarbeit mit den Besatzungsmächten "den Prozess zur Bildung einer repräsentativen, international anerkannten Regierung erleichtern".

Der amerikanische Zivilverwalter Paul Bremer war zuvor von Plänen abgerückt, im Juli eine nationale Konferenz führender irakischer Politiker einzuberufen, die dann eine Übergangsverwaltung schaffen sollten. Die Besatzungsbehörde will nunmehr selbst 25 bis 30 Iraker auswählen, die vorübergehend US-Spitzenfunktionäre bei ihrer täglichen Arbeit beraten sollen.

Irakische Soldaten protestierten indes am Montag in Bagdad erneut gegen die von der US-Zivilverwaltung angeordnete Auflösung der Armee und drohten Selbstmordattentate an. "Mit unserem Blut und unserer Seele werden wir uns für den Irak aufopfern", riefen Hunderte Exmilitärs in Zivil. (AFP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 3.6.2003)

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