Tiefe Einblicke, die Rückschlüsse erlauben

29. Juli 2004, 15:05
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Die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch war Thema im Gespräch mit Peter Gusmits, Geschäftsführer der Dr. Helmut Neumann Managementberatung

Wer viele Bewerbungen ausgeschickt, das eine oder andere Vorstellungsgespräch gemeistert hat und dennoch keinen passenden Job in Aussicht gestellt bekommt, macht irgendetwas falsch. Nur was?

"Wenn Kandidaten viele Absagen bekommen, dann schicken sie ihren Lebenslauf entweder an die falsche Person oder Branche, bereiten die Bewerbung falsch auf - etwa zu umfangreich oder zu wenig strukturiert - oder bemühen sich schlichtweg um die falsche Position", erklärt Peter Gusmits, Geschäftsführer der Dr. Helmut Neumann Managementberatung.

Andere Gründe seien auch in der Art der Selbstpräsentation zu suchen: Manche Kandidaten seien zwar ausreichend qualifiziert, "vermitteln aber beispielsweise im Gespräch eine Totengräberstimmung, stehen dem Vorstellungsprozedere eher widerwillig gegenüber und lassen es über sich ergehen - die Körpersprache erlaubt tiefe Einblicke", so Gusmits.

Worin besteht die Kunst der überzeugenden Selbstpräsentation? Zunächst sollte der Bewerber seine Biografie als eine geplante Abfolge von Stationen und Phasen vortragen können, die auf Ziele fixiert und von Erfolgen gekrönt waren. Von besonderer Bedeutung ist die überzeugende Darstellung der vermeintlichen "Lücken".

Positive Einstellung

Der Bewerber sollte einleuchtend begründen, warum er ein Unternehmen verlassen oder das Aufgabengebiet gewechselt hat. Eine plausible und positive Einstellung punktet: Der Wechsel war etwa notwendig, um persönliche Qualifikationen und Erfahrungen effektiver einsetzen zu können. "In guten Antworten schildern Bewerber, wie sie Mitarbeiter motiviert, einen Topkunden von einer Produktlösung überzeugt oder den Konflikt mit dem Vorgesetzten gemanagt haben", rät Gusmits.

Fazit: Die Kunst der Selbstpräsentation besteht letztlich darin, positive Persönlichkeitsmerkmale und berufliche Erfolge im Vorstellungsgespräch zu vermitteln. Konkrete authentische Situationen sollten in angemessener Form, also in der goldenen Mitte zwischen Selbstüberheblichkeit und Selbstbescheidung vermittelt werden.

Am einfachsten haben es Naturtalente. Sie überzeugen in jedem Vorstellungsgespräch. Für alle anderen gilt: trainieren! (Silvia Stefan, DER STANDARD, Printausgabe, 31.5./1.6.2003)

  • Personalchefs brauchen keine 3D-Brillen um Bewerber zu durchschauen - schon die Körpersprache erlaubt tiefe Einblicke
    foto: keystone/tischler

    Personalchefs brauchen keine 3D-Brillen um Bewerber zu durchschauen - schon die Körpersprache erlaubt tiefe Einblicke

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