Haider möchte nicht warten

2. Juni 2003, 17:12
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Die meisten FP-Funktionäre würden die Rückkehr des "einfachen Parteimitglieds" begrüßen - Die Frage ist nur, wann er wieder da ist

Wien/Klagenfurt - Herbert Haupt, derzeit noch Parteichef, sieht keinen Grund zur Eile und verweist auf einen ordentlichen Parteitag, der erst 2004 stattfinden werde. Die Tatsache einer Ablöse an der Parteispitze stellt aber auch er nicht infrage.

Eine vorzeitige Ablöse - und diese wird auch von etlichen Abgeordneten begrüßt - wäre daher nur bei einem außerordentlichen Parteitag möglich. Haider selbst hat im kleinen Kreis bereits sein Interesse und seine Bereitschaft an einem raschen Wechsel an der Parteispitze deponiert. Bei einem Treffen mit mehreren Haider- treuen Abgeordneten in Klagenfurt hat der Kärntner Landeshauptmann allerdings auch klargestellt, dass er Herbert Haupt keinesfalls beschädigen möchte und dessen Ablöse daher mit Haupts Einverständnis und möglichst reibungslos über die Bühne gehen müsse.

Etliche maßgebliche Personen um Haider sind der Meinung, dass mit einem Wechsel nicht bis 2004 zugewartet werden dürfe. Im Idealfall findet die Machtübernahme Haiders noch vor den Landtagswahlen in Oberösterreich und Tirol im September statt, um hier noch einigen Schwung mitnehmen zu können. So sieht es auch Haider selbst. Sieben Abgeordnete der FPÖ haben ihm bereits ihre Loyalität versichert. Damit hätte es der Landeshauptmann in der Hand, jederzeit die schwarz-blaue Mehrheit im Parlament infrage zu stellen.

Einer derjenigen, die sich immer offen für eine Rückkehr Haiders an die Parteispitze ausgesprochen haben, ist der Kärntner FP-Chef Martin Strutz. Die Kärntner Freiheitlichen werden allerdings keinen außerordentlichen Bundesparteitag beantragen, sagte Strutz am Montag. An seiner Haltung, dass Haider so rasch wie möglich wieder Parteichef werden sollte, ändere dies jedoch nichts.

Auch der burgenländische Landesobmann Stefan Salzl sprach sich am Montag für einen Parteiobmann Haider aus, "weil er mehr Akzeptanz hat" und "weitaus besser die Wähler und die Funktionäre motivieren kann". Sein oberösterreichischer Kollege Günther Steinkellner meinte, Haider könne Botschaften auf den Punkt bringen - und genau beim Verkaufen von Botschaften gebe es bei der derzeitigen Regierungsmannschaft ein Manko. (völ/DER STANDARD, Printausgabe, 3.6.2003)

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