NATO unterstützt polnischen Irak-Einsatz

2. Juni 2003, 16:28
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Atlantisches Bündnis wird polnisches Kontingent beraten - Zehn dänische Offiziere aus Korps Nordost werden ebenfalls eingesetzt

Brüssel/Madrid - Einen Tag vor Beginn der Frühjahrstagung der NATO-Außenminister hat die Nordatlantische Allianz der polnischen Mission im Irak ihre Unterstützung zugesagt. Wie am Montag aus NATO-Kreisen in Brüssel verlautete, traf das Bündnis den Beschluss im so genannten stillen Verfahren. Die Unterstützung bedeute allerdings nicht, dass die NATO selbst eine Rolle im Irak übernehmen werde.

Sie werde den polnischen Bündnispartner aber bei der Planung, beim Transport und bei Erkundungen mit Rat zur Seite stehen, hieß es. Polen übernimmt auf Wunsch der USA die Aufsicht über einen von vier Sektoren im Irak.

Dänische Offiziere im polnischen Korps

Eine Gruppe dänischer Offiziere des multinationalen Korps Nordost aus Stettin (Szczecin) wird die Truppen in der künftigen polnischen Verwaltungszone im Irak unterstützen. Das bestätigte der polnische Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski am Montag in der nordwestpolnischen Hafenstadt bei einem Besuch des dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen.

Ursprünglich hatte Polen vorgeschlagen, das Korps Nordost - eine deutsch-polnisch-dänische Einheit - solle das Kommando in der polnischen Zone im Irak übernehmen. Dies war jedoch von Deutschland abgelehnt worden. Rasmussen hatte bereits vor einigen Tagen bekannt gegeben, dass zehn dänische Offiziere im polnischen Kontingent eingesetzt werden sollen.

Ungarn mit UNO-Mandat in den Irak

Die Fraktion des oppositionellen FIDESZ-Ungarischer Bürgerverband unterstützt die Entsendung einer ungarischen Einheit für die Ausführung logistischer und humanitäer Aufgaben mit UNO-Mandat in den Irak. Dies erklärte Zsolt Nemeth, stellvertretender Fraktionschef der Partei, am Montag in Budapest. Wie die Ungarische Nachrichtenagentur MTI weiter berichtete, stimme FIDESZ zu, dass das Parlament heute, Montag, außerhalb des Programms über die Entsendung ungarischer Soldaten entscheidet.

Laut Information des ungarischen Verteidigungsministeriums sollen Militärs Mitte Juni in den Irak reisen, um sich über die Bedingungen des Einsatzes der 300 Soldaten zu informieren. Weiter soll sich in der ersten Juni-Hälfte entscheiden, ob das ungarische Kontingent mit eigenen Transportmitteln in den Irak reisen oder seine Aufgaben mit Hilfe von Fahrzeugen anderer Armeen ausführen wird.

Frühjahrssitzung der Außenminister

Die Außenminister der 19 NATO-Staaten kommen an diesem Dienstag in Madrid zu ihrer traditionellen Frühjahrssitzung zusammen. Im Mittelpunkt der Beratungen werden nach Angaben aus dem Brüsseler NATO-Hauptquartier die Einstellung der Allianz auf neuartige Bedrohungen sowie Beiträge zur Friedenssicherung in Afghanistan und im Irak stehen. Bei dem zweitägigen Treffen sind außerdem Gespräche mit den Außenministern der zahlreichen mit der NATO verbundenen Staaten geplant.(APA/dpa)

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