Nach Djindjic-Mord nimmt Regierungskommission Arbeit auf

2. Juni 2003, 16:30
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Eventuelle Mängel bei der Bewachung des ermordeten serbischen Ministerpräsidenten sollen untersucht werden

Belgrad - Eine Regierungskommission, die die eventuelle Mängel bei der Bewachung des ermordeten serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic untersuchen soll, hat am Montag in Belgrad ihre Arbeit aufgenommen. Die Kommission, deren Mitglieder mehrere Polizeifunktionäre und -experten sind, arbeitet unter Vorsitz von Vizepremier Zarko Korac. Die Kommission soll ihre Arbeit in zwei Monaten beenden und bis Mitte August ihren Bericht der Regierung vorlegen.

Der serbische Regierungschef Zoran Zivkovic erklärte am Montag, der Bericht Regierungskommission werde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zuvor hatte es geheißen, der Bericht solle zum Staatsgeheimnis erklärt werden. Nach Protesten mehrerer Menschenrechtsgruppen lenkte die Regierung ein.

Djindjic war von einem Scharfschützen am 12. März am Eingang seines Amtssitzes getötet worden. Der Mörder, der stellvertretende Kommandant der Spezialpolizeieinheit "Rote Barette", Zvezdan Jovanovic "Zveki", hatte wichtige Informationen über Djindjic am Mordtag aus Polizeikreisen erhalten. Zwei Wochen zuvor war ein Mordversuch gescheitert. (APA)

  • Zoran Djindjic wurde am 12. März ermordet (Archivbild).
    foto: reuter/petar kujundzic

    Zoran Djindjic wurde am 12. März ermordet (Archivbild).

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