Aktionsplan gegen internationalen Terror erstellt

2. Juni 2003, 15:57
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Bush und Chirac bekräftigen ihren Willen zur Zusammenarbeit - Eigene Antiterror-Gruppe soll ins Leben gerufen werden

Evian - Vor dem Hintergrund der Nahost-Krise und der Probleme im Nachkriegs-Irak haben US-Präsident George W. Bush und sein französischer Kollege Jacques Chirac ihren Willen zur Zusammenarbeit bekräftigt. Bei dem Gipfeltreffen bemühten sich auch andere Staats- und Regierungschefs der in dem Konflikt in zwei Lager gespaltenen sieben größten Industriestaaten und Russlands um Geschlossenheit. Auf der offiziellen Tagesordnung stand am Montag außer Wirtschaftsfragen unter anderem der Kampf gegen den Terrorismus.

G-8 Antiterror-Gruppe

Laut Aktionsplan gegen den Terrorismus soll eine eigene Antiterror-Gruppe der G-8 ins Leben gerufen werden, die interessierten Ländern bei der gezielten Ausbildung von Polizei und Justiz im Kampf gegen den Terrorismus helfen könne, verlautete aus der deutschen Delegation. Daneben sollen wirkungsvolle Maßnahmen und Mechanismen geschaffen werden, um zu verhindern, dass tragbare Flugabwehrraketen in die Hände von Terroristen gelangen. Ebenso einigten sich die Vertreter der G-8 auf die Einführung biometrischer Daten bei Reisepässen, um die Zahl der gefälschten Ausweise zu reduzieren.

Nahost-Politik

Ein weiteres zentrales Thema war am heutigen Montag die Nahost-Politik. Bei ihrem ersten Gespräch seit dem Zerwürfnis wegen der Pariser Politik gegen den Irak-Krieg wollte Bush den französischen Präsidenten um Rat zu Nahost fragen. Chirac verstehe sehr viel vom Nahen Osten, sagte Bush. Chirac seinerseits sagte dem US-Präsidenten die "bedingungslose Unterstützung" Frankreichs und der EU bei seinen Bemühungen um eine Nahost-Friedenslösung zu. Der Nahost-Friede sei ein gemeinsames Anliegen aller. Bush unterstrich, "dass dieser Prozess sehr schwierig sein wird. Mir ist dabei völlig klar, dass wir mit unseren Verbündeten wie Frankreich zusammenarbeiten müssen, wenn wir Erfolg haben wollen." Er sei sicher, dass es Fortschritte in Nahost geben werde, sagte Bush.(APA/dpa/Reuters)

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