Piratenangriff bei Website-Umzug

2. Juni 2003, 15:10
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Verlust von Domain-Namen bei Dienstleister-Wechsel

Etwas Pech oder eine kleine Unachtsamkeit beim Umzug einer Webseite zu einem anderen Dienstleister genügen, und schon schnappen Cyberpiraten sich den Domain-Namen. Nur für viel Geld kann der ursprüngliche Besitzer ihn dann zurückkaufen. Auch bei der Technik lauern Probleme, warnt das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe.

"Nur wenige Domain-Namen kann man sich auf juristischem Weg zurückholen"

Ein Webhoster, der heute erstklassige Qualität bietet, kann morgen schon seine Kunden mit häufigen Ausfällen plagen, ungehörig die Preise erhöhen oder Leistungen einschränken. Aus solchen Gründen wechseln Webseiten ihre Heimat. Ist bei einem Umzug der Domain-Name auch nur für kurze Zeit frei, versuchen Cyberpiraten, ihn für sich zu registrieren, um ihn danach meistbietend zu versteigern. 70.000 Euro musste ein mittelständisches Unternehmen in Deutschland für den Rückkauf seiner gesammelten Domains bezahlen. "Nur wenige Domain-Namen kann man sich auf juristischem Weg zurückholen", erklärt c't-Redakteur Holger Bleich.

Klipp und klar

Die Dienstleister haben wenig Interesse daran, ihre Kunden zu verlieren, und gestalten einen Umzug deshalb häufig komplizierter als nötig. "Man sollte sich vorher genau über die Formalitäten informieren und dann alles klipp und klar formulieren, sodass es zu keinen Missverständnissen kommen kann", rät c't-Experte Holger Bleich.

Um möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen, ist es ratsam, den neuen Dienstleister einige Wochen parallel zum alten zu behalten. Das hilft auch gegen technische Fallstricke, denn so kann man die neue Umgebung zunächst ausgiebig erforschen. Oftmals wird man auf dem neuen Server nicht die gewohnte Software vorfinden und muss sich erst einarbeiten. Und für ambitionierte Webmaster ist kaum etwas peinlicher, als den Besuchern eine nicht erreichbare oder nicht funktionierende Internetseite zu präsentieren. (red)

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