Haupt: Haider als Parteichef "völlig kontraproduktiv"

2. Juni 2003, 15:05
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Vizekanzler will auch 2004 wieder an der Spitze der Blauen stehen

Wien - Vizekanzler Herbert Haupt (F) möchte beim Parteitag im kommenden Jahr erneut als FPÖ-Obmann antreten. "Ja. Ich habe mich auch am letzten Parteitag der Verantwortung gestellt und bin nicht davon gelaufen wie andere vor mir an der Parteispitze. Und ich werde auch 2004 diese Verantwortung wieder wahrnehmen", so Haupt in der "Kleinen Zeitung" (Dienstags-Ausgabe) auf die Frage, ob er noch einmal kandidieren wolle.

"Kontraproduktiv"

Der Rückkehr des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider (F) an die Parteispitze könnte Haupt derzeit wenig abgewinnen: "Es wäre für den Kärntner Landeshauptmann derzeit völlig kontraproduktiv, den Parteivorsitz übernehmen zu wollen, während er sich in Kärnten um seine Wiederwahl als Landeshauptmann bewirbt. Da würden sich die Kärntner mit Fug und Recht fragen, wie lange er dann noch Landeshauptmann bleiben will." Dass er selbst im Gegenzug nach Kärnten gehen könnte, ist für Haupt keine Möglichkeit: "Ich strebe den Sitz des Kärntner Landeshauptmanns nicht an. Weder heute noch morgen."

"Zeitgerecht"

Die Pensionsreform wird laut Haupt "zeitgerecht vor dem Sommer" beschlossen. Auf Termine will er sich aber nicht einlassen. Dass er selbst als Sozialminister für die heftig kritisierten Erstvorlage der Pensionsreform verantwortlich gewesen sei, weist Haupt zurück: "Das ist falsch. Diese stammt aus der Federführung von sieben Ministerien, zusammengefasst vom Finanzministerium. Wäre der Sozialminister alleiniger Herr des Verfahrens gewesen, würden der Kollege Grasser und sein Budget jetzt ziemlich ausgeplündert dastehen."

Kein Orden für Westenthaler

Die Verleihung des "Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik" an Ex-FP-Klubobmann Peter Westenthaler lehnt Haupt ab: "Westenthaler erfüllt die Voraussetzungen für diesen Orden nicht. Er war nicht lange genug im Parlament, um diesen Orden bekommen zu können. Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die zehn Jahre warten mussten, um solch eine Auszeichnung zu bekommen. Eine Freundschaft zum ersten Nationalratspräsidenten kann dafür nicht ausreichen. Daher sträuben wir uns da gegen." (APA)

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