"Keine Alternative zur Marktöffnung"

2. Juni 2003, 15:11
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Führende Industriestaaten halten am WTO-System fest - Für "faire Liberalisierung" des Welthandels

Evian - Die sieben führenden Industriestaaten plus Russland (G-8) wollen den Welthandel liberalisieren, jedoch nicht zu Lasten der Entwicklungsländer, lautete eine entsprechende Erklärung der G-8-Länder bei ihrem Gipfel im französischen Evian von heute, Montag. Die ärmsten Staaten der Erde müssen mit ihren Waren einen besseren Zugang zu den internationalen Märkten bekommen, hieß es. Die marktführenden Staaten bekräftigten jedoch, zur Öffnung der Märkte gebe es "keine Alternative". Das sei der "optimale Weg, mehr Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze zu schaffen". Die G-8-Staaten verpflichten sich zudem, bis Ende 2004 die Doha-Welthandelsrunde abzuschließen.

G-8-Staaten demonstrieren Zuversicht

Trotz der Wirtschaftskrise demonstrieren die G-8-Staaten Zuversicht bezüglich eines raschen Aufschwungs der Weltkonjunktur. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac erklärte, dass "vom G-8-Gipfel in Evian eine Botschaft des Vertrauens für die Weltwirtschaft ausgeht". In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sich die G8-Staaten zum multilateralen System der Welthandelsorganisation WTO.

Streitpunkte Agrarsubvention und Medikamente für Entwicklungsländer

Streitpunkte in der laufenden Verhandlungsrunde sind unter anderem die Agrarsubventionen sowie billige Medikamente für Entwicklungsländer. Bei der Ministerkonferenz im kommenden September im mexikanischen Cancun müssten aber trotz aller Schwierigkeiten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, die Verhandlungen bis Ende nächsten Jahres erfolgreich zu Ende zu bringen.

Außerdem wollen die führenden Industriestaaten die Anleger an den internationalen Märkten besser vor Bilanz-Betrug schützen. Vertrauen sei "der Schlüssel für eine funktionierende Marktwirtschaft". Nach den Skandalen um Unternehmen wie Enron und WorldCom müssten Anleger wieder Vertrauen fassen. Das sei auch eine Grundvoraussetzung für mehr Wirtschaftswachstum.(APA/AP/dpa)

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